Die Allianz Deutschland hat sich im Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Hamburg über die Internet-Werbung für die Indexpolice "Index Select" endgültig durchgesetzt. Nachdem die Verbraucherschützer im Mai dieses Jahres eine Niederlage vor dem Oberlandesgericht (OLG) München erlitten hatten und nicht in Revision gehen durften, haben sie nun auch auf eine sogenannte Nichtzulassungsklage verzichtet. Das berichtet "Börse Online" unter Berufung auf Vertreter beider Seiten. "Wir haben nach reichlicher Überlegung die Erhebung einer Nichtzulassungsbeschwerde verworfen", zitiert das Branchenportal Kerstin Becker-Eiselen, Abteilungsleiterin Geldanlage bei der Verbraucherzentrale. 

Die Verbraucherzentrale hatte im Juni 2017 moniert, die Informationen der Allianz zu der Indexpolice "Index Select" seien irreführend. Die dabei verwendete Wortwahl war drastisch: Mit Begriffen wie "Etikettenschwindel" und "Mogelpackung" gingen die Verbraucherschützer die Allianz an (über die Details berichtete FONDS professionell ONLINE ausführlich). 

OLG München sieht keine Fehlinformationen
Das sehen die Richter am OLG München anders. Die Vorinstanz hatte hingegen noch zugunsten der Verbraucherzentrale entschieden. Das OLG ist der Meinung, dass der Versicherer nichts ändern muss. Die an zahlreichen Stellen des Internetauftritts hervorgehobene Aussage "Beteiligung an der Wertentwicklung des Eurostoxx 50" sowie die Verwendung des Begriffs "Indexpartizipation" erwecke bei einem Großteil der Verbraucher keine falschen Vorstellungen von dem Produkt. Außerdem würden keine wichtigen Informationen vorenthalten. (jb)