Eigentlich war es eines der Herzensprojekte des ehemaligen Bundesfi­nanzministers Christian Lindner (FDP). In der vergangenen Legislaturperiode hatte er sich vorgenommen, die staatlich geförderte private Altersvorsorge auf ganz neue Beine zu stellen. Dreh- und Angelpunkt der geplanten Reform: das Altersvorsorgedepot, das erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik ohne Garantien auskommen und in der Auszahlungsphase keine Pflicht zur Verrentung vorsehen sollte. Dann kam das Ampel-Aus – und Lindners revolutionärer Plan ging einer ungewissen Zukunft entgegen. 

Doch die Phase der Ungewissheit dauerte nicht lange, plötzlich entwickelten sich die Dinge viel schneller als erwartet. Unter der neuen Führung von Lars Klingbeil (SPD) legte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) am 5. Dezember 2025 den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge­reformgesetz) vor. Er nahm Lindners Pläne im Wesentlichen auf.

Beschlossene Sache
Zwölf Tage später beschloss das Bundeskabinett den Entwurf. Am 24. März 2026 verständigten sich die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD in einem Einigungspapier überraschend schnell auf das Altersvorsorgereformgesetz. Und seit dem 27. März ist es beschlossene Sache: An diesem Tag hat der Bundestag das neue Gesetz in zweiter und dritter Lesung verabschiedet.

Kernelement des Regelwerks ist ebenfalls ein Altersvorsorgedepot ohne Garantiepflicht in der Anspar- und mit dem Verzicht auf eine zwingende Verrentung in der Auszahlungsphase. Eigentlich eine gelungene Reform. Doch zum großen Ärger der Finanzbranche haben die Koalitionspartner auch ein staatlich organisiertes Standarddepot in den Gesetzestext aufgenommen. 

Zentrale Punkte
Was es damit auf sich hat, in welchen Varianten die neuen Altersvorsorgeverträge geplant sind, welche Produkte gewählt werden dürfen und zahlreiche weitere für Finanzberater wichtige Fragen beantwortet FONDS professionell. Dabei hat sich die Redaktion Unterstützung von drei Experten geholt: Andreas Beys, Vorstand von Sauren Fonds-Service in Köln, Christian Waigel, Partner der Münchner Kanzlei Waigel Rechtsanwälte, und Lars Reiner, Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon aus Berlin und Gründer der Apeiron Wealth Cloud, einer Plattform für freie Berater. Um zu erfahren, was sie zu zentralen Punkten des Altersvorsorgedepots sagen – klicken Sie sich einfach durch unsere Bilderstrecke oben. (am)


Den vollständigen Frage- und Antwortkatalog finden Sie in der aktuellen Heftausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 310. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.