Einer der deutschlandweit aufsehenerregendsten Anlegerskandale der vergangenen Jahre, bei dem rund 25.000 Kleinanleger Geld verloren hatten, scheint juristisch weitgehend beendet zu sein. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die die hohen Haftstrafen von wenigstens drei Verantwortlichen der Finanzberatung Deltoton – ehemals Frankonia – wegen Betrug und Untreue bestätig. Das oberste deutsche Gericht hat damit die Revision der Verurteilten gegen das Urteil des Landgerichts (LG) Würzburg vom März 2016 zurückgewiesen.

Das LG verurteilte 2016 insgesamt fünf Personen wegen gemeinschaftlichen Betrugs. Zu diesen zählte auch der frühere Weltklasse-Fechter Thomas Gerull und sein Zwillingsbruder Michael, die zu acht beziehungsweise sieben Jahren und drei Monaten verurteilt wurden.

Drei weitere Verantwortliche, die das BGH-Urteil (1 StR 466/16) betrifft, bekamen damals ebenfalls hohe Haftstrafen. Für den Kaufmann Thorsten S. waren es fünf Jahre und sechs Monate wegen Betrugs und Untreue. Der Mitangeklagte Michael T. erhielt acht Jahre – teils wegen Anstiftung, teils wegen Beihilfe zu mehreren Untreuetaten sowie wegen Betrugs. Der dritte im Bunde, der in den Akten des BGH nur als "M." geführt wird, war wegen mehrerer Untreuetaten zu sieben Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Die Verurteilten sitzen seit Ende 2014 in Untersuchungshaft.

Verluste in Millionenhöhe
Der Grund für diese Strafmaße sind Verluste in Gesamthöhe von 51 Millionen Euro, die sie Kleinlegern zugefügt hatten. Sie hatten diesen stille Beteiligungen als Altersabsicherung verkauft. Zu diesen Beteiligungen zählten unter anderem die angeschlossene CSA Beteiligungsfonds 4 GmbH & Co. KG und die CSA Beteiligungsfonds 5 GmbH & Co. KG. Über ein Netzwerk von Firmen schleusten die Verurteilten die Kundengelder in die eigene Tasche.

Gegründet wurde die Frankonia/Deltoton von den beiden ehemaligen Weltklasse-Fechtern Elmar Borrmann und Thomas Gerull, die beide mit ihrem Namen die Gelder bei oftmals unbedarften Kleinanlegern einsammelten. Borrmann hatte sich aber schon 2009 von seinen Anteilen getrennt. Gerull, der auch seinen Zwillingsbruder Michael ins Boot holte, blieb im Unternehmen. (jb)