Die US-Börsenaufsicht SEC will das Treiben rund um Börsenmäntel strenger regulieren. Die Behörde stellte einen Regelentwurf vor, wonach solche "Special Purpose Acquisition Companies", kurz SPAC, ähnlich streng überwacht werden sollen wie herkömmliche Börsengänge. "Unternehmen, die in der Öffentlichkeit Gelder einsammeln, sollten die Investoren zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung vollständig und fair informieren", sagte SEC-Chef Gary Gensler der Nachrichtenagentur "Reuters" zufolge.

Rund um die SPACs war in den vergangenen Monaten ein regelrechter Hype entbrannt. Dahinter verbergen sich Zweckgesellschaften, die zunächst kein eigenes Geschäft betreiben. In einem ersten Schritt sammeln diese leeren Firmenhüllen über die Börse Kapital bei Risikoinvestoren ein. In einem zweiten Schritt investieren sie das Geld in die Übernahme eines vorher nicht fest bestimmten Unternehmens. Investoren wissen also zu Beginn gar nicht, in welches Unternehmen genau sie ihr Geld stecken werden. Dieses Verfahren ermöglicht es aber Firmen, häufig Start-ups, relativ einfach aufs Parkett zu gelangen. Ein herkömmlicher Börsengang ist dagegen mit hohem Aufwand verbunden.

Zu optimistische Prognosen
Doch genau hier liegt für die SEC der Knackpunkt. Normale Parkett-Aspiranten müssen einen Prospekt vorlegen, in dem umfassend die Risiken geschildert werden. Mit hochfliegenden Prognosen dürfen die Unternehmen in den USA praktisch gar nicht um Aktionäre werben. Mit einem SPAC umgehen die Organisatoren diese Vorschriften. Aber manche Prognose, mit denen die Initiatoren eines SPAC Anleger lockten, stellte sich als zu optimistisch heraus. Viele der jungen Unternehmen, die so aufs Parkett kamen, entpuppten sich als noch gar nicht börsenreif. Die SPAC-Begeisterung, die 2020 hochkochte, kühlte seit vergangenem Sommer bereits merklich ab.

Die SEC will nun SPACs ähnlich strenge Transparenzregeln aufstellen wie für herkömmliche Börsengänge. Zudem sollen den Marktwächtern zufolge mögliche Interessenkonflikten der Initiatoren stärker ins Licht rücken. Diese erhalten meist kostenlose Anteile an einem SPAC als Vergütung für ihre Arbeit. Die Behörde will künftig unabhängig überprüfen lassen, ob die ins Visier genommenen Zielunternehmen tatsächlich den Interessen der Anleger entsprechen. Auch Wirtschaftsprüfer, Anwälte und Investmentbanken sollen zur Verantwortung gezogen werden können. (ert)