Die Finanzaufsicht Bafin hat in den vergangenen Tagen gleich in fünf Fällen Warnungen vor Instituten ausgesprochen, die angeblich über eine Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz (KWG) verfügen. 

Coinbene LTD Deutschland 
Die jüngste betrifft die Coinbene LTD Deutschland aus Trier, die der Bafin zufolge auch nicht im Handelsregister eingetragen ist. Das Unternehmen werbe freie Mitarbeiter an, deren Aufgabe der Handel mit Kryptowährungen für Kunden des Unternehmens gegen Provisionszahlungen sein soll. Der freie Mitarbeiter solle ein eigenes Bankkonto zur Verfügung stellen und von dem Unternehmen vorgegebene "Trades“ über Handelsplattformen für Kryptowährungen durchführen. 

Die Behörde warnt davor, sich anwerben zu lassen. Denn die freien Mitarbeiter tragen das Risiko, dass das auf ihr Konto überwiesene Geld aus kriminellen, insbesondere betrügerischen, Handlungen stamme. Sie laufen damit Gefahr, lediglich zu dem Zweck beauftragt worden zu sein, illegal erlangtes Geld über einen Umtausch in Kryptowährungen schnell an Kriminelle im Ausland zu übertragen, um deren Transferwege zu verwischen.

IFC South-East-Asia Investment and Technology Corp.
Das zweite illegal in Deutschland tätige Unternehmen ist die IFC South-East-Asia Investment and Technology Corp., die potenzielle deutsche Kunden per Zeitungsanzeige anspreche und mit "Darlehen zu einem eff. Zins p.a. 1,50% und endfälliger Tilgung" werbe. Die Gesellschaft gibt der Behörde zufolge ihren Unternehmenssitz nicht an. Die von dem Unternehmen im E-Mail-Verkehr verwendete Domain "intfincorp.com" ist anonym registriert.

Zudem versuche das unerlaubt tätige Unternehmen von einer Namensähnlichkeit  zu profitieren: Die IFC South-East-Asia Investment and Technology Corp. suggeriert mit der von ihr verwendeten Domain "intfincorp.com" eine Verbindung zur International Finance Corporation aus den USA. Eine solche Verbindung besteht aber nicht, so die Aufsicht.

Cannabis Software
Cannabis Software spricht der Behörde zufolge potenzielle deutsche Kunden per E-Mail an. Das Unternehmen biete auf der Webseite "de.thecannabisoftware.com“ eine als "offizielle App für Cannabis-Aktien“ bezeichnete Software an, wobei es sich um eine "leistungsstarke, automatisierte Handelssoftware" handele, die lukrative Handelsmöglichkeiten anzeige. Die App sei kostenlos und ermögliche den automatischen und manuellen Handel mit Aktien von Unternehmen, die bei der Herstellung ihrer Produkte Cannabis verwenden. Die Nutzer von Cannabis Software erzielten täglich mehr als 7.000 US-Dollar Gewinn, behauptet das Unternehmen.

Cannabis Millionaire
Cannabis Millionaire wende sich per Email an potenzielle deutsche Kunden, so die Bafin. Das Unternehmen bewerbe unter der anonym registrierten Domain "cannabismillionairetradeapp.com" in englischer Sprache den Handel mit Aktien von Unternehmen, die einen Bezug zu Cannabis haben. Das Unternehmen leite interessierte Kunden über die auf seiner Webseite platzierten Links zu Brokern weiter, die den Handel von finanziellen Differenzkontrakten (Contracts for Differences – CFD) auf Aktien anbieten. Dort könne man nach erfolgreicher Registrierung die CFD-Handelssoftware kostenlos anfordern und den Algorithmus des automatisierten Handelssystems nutzen.

Weed Millionaire
Und schließlich Weed Millionaire. Diese richtet sich in englischsprachigen E-Mails an potenzielle deutsche Kunden, warnt die Behörde. Unter der anonym registrierten Domain "weedmillionairepro.com“ bewerbe das Unternehmen – ebenfalls auf Englisch – den Handel mit Aktien von Unternehmen, die einen Bezug zu Cannabis haben. Die Kunden erhielten automatisierte Vorschläge zum Handel von Penny Stocks, die zu 99,7 Prozent erfolgreich seien. Die Empfehlungen beziehen sich nicht auf Aktien, sondern auf CFD. Nach erfolgreicher Registrierung und Einzahlung einer Investitionssumme von mindestens 250 US-Dollar erfolge eine telefonische Beratung. Interessierte Kunden werden darauf hingewiesen, dass eine Registrierung aufgrund des großen Zuspruchs nur noch kurze Zeit möglich sei. (jb)

Weitere 27 Gesellschaften, die unberechtigter Weise eine KWG-32-Lizenz vorgeben und vor denen die Bafin daher seit Jahresbeginn warnen musste, sind: