Die Bafin teilt mit, sie habe Anhaltspunkte dafür, dass die R&R Consulting unter der Marke Aurimentum eine Vermögensanlage ohne Prospekt vertreibe, die jedoch gemäß Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) prospektpflichtig sei. Bei dem Angebot "Goldkauf mit Treuebonus" handele es sich um eine Vermögensanlage in Form einer – wie es im VermAnlG heißt – "sonstigen Anlage, die eine Verzinsung und Rückzahlung oder einen vermögenswerten Barausgleich im Austausch für die zeitweise Überlassung von Geld gewährt oder in Aussicht stellt".

Auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE nimmt Anbieter R&R Consulting über seinen Rechtsbeistand Stellung. Rechtsanwältin Patricia Cronemeyer legt Wert auf die Feststellung, dass die Bafin "lediglich einen bloßen Verdacht" geäußert, nicht aber die tatsächliche Prospektpflicht festgestellt habe. "Dieser Verdacht", schreibt Cronemeyer, "wird sich als unbegründet erweisen", denn hinter den Aurimentum-Angeboten stehe ein reines Handelsgeschäft, das keine Prospektpflicht auslöse.

Die entscheidende Frage ist, ob Prospektpflicht besteht oder nicht
Die Finanzaufsicht betont in ihrem Warnhinweis die grundsätzliche Pflicht, bei Vermögensanlagen einen Prospekt zu veröffentlichen und die Notwendigkeit, dass er zuvor von der Bafin gebilligt worden sein muss. Die damit verbundenen Prüfung erstreckt sich der Behörde zufolge darauf, ob der Prospekt die erforderlichen Mindestangaben enthält und sein Inhalt widerspruchsfrei ist. Nicht Gegenstand der Prüfung sei hingegen die inhaltliche Richtigkeit der Prospektangaben oder die Seriosität des Emittenten.

Aurimentum hingegen bestreitet nicht das Fehlen eines Prospekts, sondern die grundsätzliche Prospektpflicht für ihre Angebote, weil sie nicht unter das VermAnlG fallen würden. Die Einschätzung der Bafin, schreibt Rechtsanwältin Cronemeyer, beruhe offenkundig auf einer Fehlinformation. "Unsere Mandantin wird vollumfänglich mit der Bafin kooperieren, um die Fehlbeurteilung seitens der Bafin schnellstmöglich zu berichtigen", kündigt sie an. (tw)