Im Rahmen ihres umfassenden Umbaus im Nachgang des Wirecard-Skandals reorganisiert die Finanzaufsicht Bafin auch ihre Anlaufstelle für Hinweisgeber ("Whistleblower"). Ab dem 16. August werde dafür ein Kompetenzreferat eingerichtet, der direkt an die Behördenleitung berichtet. "Die Hinweisgeberstelle wird die bei ihr eingehenden Hinweise optimal für die Aufsichtsarbeit nutzbar machen. Dazu wird das neue Kompetenzreferat vertieft potenzielle Risiken analysieren und einstufen", heißt es in einer Mitteilung. Die Bafin hofft, auf diese Weise schon sehr früh eventuelle Gesetzverstöße zu entdecken. 

Die Anlaufstelle für Whistleblower wurde 2016 eingerichtet, damit Personen aus der Finanzbrache auf Missstände in ihren Unternehmen aufmerksam machen können. Das geschah laut der Bafin allein im ersten Halbjahr 2021 in über 1.200 Fällen. Um die Personen zu schützen bietet die Aufsicht auch die Möglichkeit an, Informationen anonym zu übermitteln.

Short Seller sollen sich auch melden können
Ferner soll in der neuen Abteilung die "Einheit Market Contact Group (MCG)" angesiedelt werden. Sie solle allem Ansprechpartner für Marktteilnehmer ohne besonderes Schutzbedürfnis sein, etwa Hedgefondsmanager und Shortseller. "Die MCG wird im aktiven Austausch mit den Marktteilnehmern stehen und die Informationen bündeln, unter Risikoaspekten beleuchten und bei Bedarf Expertinnen und Experten der Bafin mit Marktteilnehmern zusammenbringen", schreibt die Behörde. (jb)