Bafin-Exekutivdirektor: Finfluencer stärker unter die Lupe nehmen
In einem Gastbeitrag für "Business Insider Deutschland" stellt Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor Wertpapieraufsicht/Asset Management bei der Bafin, klar, dass seine Behörde Finanz-Influencer in den sozialen Medien künftig noch genauer im Auge haben wird.
Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor für den Geschäftsbereich Wertpapieraufsicht/Asset Management bei der Finanzaufsicht Bafin, macht Finanz-Influencern (Finfluencern) in einem Gastbeitrag für "Business Insider Deutschland" eine klare Ansage: "Finfluencer können wertvolle Arbeit leisten, indem sie fundiert zu vielfältigen Finanzthemen informieren", schreibt er. "Klar ist aber auch: Nicht alle Finfluencer sind seriös. Auch in diesem Markt gibt es schwarze Schafe", konstatiert Pötzsch. Deshalb will sich seine Behörde verstärkt mit diesem Bereich beschäftigen.
"In den vergangenen Monaten haben wir beispielsweise eine Fülle von Finfluencer-Content gescreent", so Pötzsch. Auf Basis der Ergebnisse wolle die Bafin nun ihre Verbraucheraufklärung weiter ausbauen. "Verbraucher sollten wissen, woran sie gute Inhalte erkennen können und auch, wann die Alarmglocken schrillen sollten", schreibt der Exekutivdirektor. Zudem werde sich die Finanzaufsicht anschauen, wie Wertpapierfirmen mit Finfluencern zusammenarbeiten und ob die Unternehmen ihrer aufsichtsrechtlichen Verantwortung für von ihnen beauftragte Werbeinhalte nachkommen.
Ins Gespräch kommen
"Vor allem aber wollen wir mit Finfluencern ins Gespräch kommen", erläutert Pötzsch. Es gehe der Bafin darum, dass sie ihre Inhalte gesetzeskonform und verantwortungsvoll im Sinne der Verbraucher gestalten, auch mit der Unterstützung ihrer Auftraggeber. "Dafür stellen wir Informationen auf unserer Website zur Verfügung – und laden Finfluencer im Oktober zur Bafin nach Frankfurt ein", so Pötzsch. Eine zusätzliche Regulierung des Bereichs sei nicht unbedingt notwendig. "Aber die Regeln, die es gibt, gelten auch für Inhalte in sozialen Netzwerken und damit auch für Finfluencer", stellt Pötzsch klar.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt die Ankündigung des Bafin-Exekutivdirektors. "Dies entspricht einer zentralen Forderung des BVK", erklärt BVK-Präsident Michael H. Heinz. "Wer konkrete Empfehlungen zu Geldanlage, Versicherungen oder Altersvorsorgeprodukten gibt, trägt Verantwortung – unabhängig davon, ob dies im persönlichen Beratungsgespräch, auf einer Internetplattform oder in sozialen Medien geschieht", erklärt er.
Rechtsgutachten erstellt
Der BVK hatte das Thema Finfluencer bereits 2025 zu seinem Schwerpunktthema gemacht. Im Auftrag des Verbandes wurde zudem ein rechtswissenschaftliches Gutachten erstellt, das die regulatorischen Herausforderungen, die aufsichtsrechtliche Einordnung von Finfluencern sowie mögliche Wettbewerbsverzerrungen gegenüber regulierten Vermittlern untersucht hat.
"Versicherungs- und Finanzvermittler unterliegen umfangreichen Beratungs-, Dokumentations- und Weiterbildungspflichten. Es ist daher nur folgerichtig, dass auch bei Finanzempfehlungen in sozialen Medien genauer hingeschaut wird", so Heinz. "Verbraucher müssen erkennen können, ob sie eine neutrale Information, Werbung oder eine konkrete Produktempfehlung erhalten." Gleiche Regeln müssten für alle gelten, die Einfluss auf Finanzentscheidungen von Verbrauchern nehmen. (am)















