Als Reaktion auf den Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard hat die Regierung Ende 2020 eine Reform der Finanzaufsicht Bafin in die Wege geleitet. Dabei wird auch dem Verbraucherschutz ein höherer Stellenwert eingeräumt. So hat die Behörde die Position des Beauftragten für den Anleger- und Verbraucherschutz neu geschaffen. Erster Amtsinhaber ist Christian Bock, der die Abteilung Verbraucherschutz seit deren Gründung Ende 2015 leitet. Der Jurist fing 1999 beim damaligen Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel an, einer Vorgängerbehörde der Bafin.

Der Beauftragte für den Anleger- und Verbraucherschutz berät das Direktorium der Bafin zu Themen des Anleger- und Verbraucherschutzes. Grundlage ist Paragraf 2 der Satzung der Behörde. Er nimmt daher an den Sitzungen des Direktoriums teil, soweit entsprechende Themen berührt sind, und kann eine Befassung des Direktoriums mit Themen des Anleger- und Verbraucherschutzes vorschlagen. 

Neue Organisationsstruktur der Bafin in Kraft
Ferner tritt am 1. Juli das überarbeitete Organisationsstatut der Aufsicht und die angepasste Geschäftsordnung des Direktoriums in Kraft. Damit erhält der neue Präsident Mark Branson mehr Kompetenzen bei der Leitung und Organisation der Behörde. Außerdem unterstehen ihm künftig direkt drei neu geschaffene Organisationseinheiten: Die Fokusaufsicht und die Taskforce, die auch Gesellschaften mit sehr komplexem Aufbau und Geschäftsmodell unter die Lupe nehmen soll. Dazu kommen noch die Data Intelligence Unit (DIU) sowie die Transformationseinheit. (jb)