Bafin: Goldhändler TGI muss Geld "unverzüglich" zurückzahlen
Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat angeordnet, dass der Liechtensteiner Goldhändler TGI das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft abwickeln muss. Auf der offiziellen Sponsoren-Liste des Fußballclubs Austria Klagenfurt ist TGI nicht mehr zu sehen.
Gegen die umstrittene TGI AG gibt es einen weiteren Behördenschritt. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin ordnet an, dass das Unternehmen "das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft sofort einstellen und unverzüglich abwickeln muss", wie die Behörde mitteilt. Mit der Anordnung werde die TGI verpflichtet, die angenommenen Gelder unverzüglich zurückzuzahlen.
Das Unternehmen mit Sitz in Vaduz, Liechtenstein, habe beim Produkt "Sales Premium" gewerbsmäßig Gelder angenommen, die unbedingt rückzahlbar sind, ohne dass der Rückzahlungsanspruch in Inhaber- oder Orderschuldverschreibungen verbrieft war. Für die Bafin sind damit gemäß Kreditwesengesetz (KWG) die Bedingungen für das Einlagengeschäft erfüllt, das die TGI grenzüberschreitend in Deutschland betrieben habe, "ohne über die dafür erforderliche Erlaubnis der Bafin zu verfügen". Der Bescheid sei sofort vollziehbar, jedoch noch nicht rechtskräftig.
Mehrere Behörden ermitteln
Gegen das Unternehmen gehen Behörden in mehreren Ländern vor. In Liechtenstein ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Geldwäsche, schweren Betrugs und Verstößen gegen das Bankengesetz und veranlasste eine Razzia an Unternehmensstandorten. Die Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht FMA warnte wiederholt vor TGI. TGI wies die Vorwürfe in einer Aussendung zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Liechtensteiner Behörden haben zudem ein Rechtshilfeersuchen an Behörden in Österreich gestellt. Seitens der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA gibt es eine aufrechte Warnung gegen TGI wegen unerlaubter Bankgeschäfte. Das Unternehmen hat dagegen Einspruch erhoben.
Die österreichische FMA hat TGI ebenfalls aufgefordert, den rechtmäßigen Zustand wiederherzustellen. Was bedeutet, dass auch die Wiener Behörde eine Rückzahlung der Gelder verlangt, wie zu erfahren war.
Show abgesetzt
TGI ist eine Goldinvestmentfirma des Wieners Helmut Kaltenegger und seiner Frau Katarina, die ihr Leben in der TV-Reality-Show "Die Kalteneggers" zur Schau stellten. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe nahm der Sender "Puls 4" das Format vor einigen Tagen aus dem Programm.
In Österreich hat sich TGI zudem als Sponsor des Fußballclubs Austria Klagenfurt ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Offenbar ist das Unternehmen aber auch dort gestrichen worden. Auf der Homepage des Vereins wurde TGI am Freitag (26.6.) nicht mehr in der Liste der Unterstützer angeführt. Beim Club war vorerst niemand für eine Anfrage erreichbar.
Kern der TGI-Services ist ein rabattierter Goldkauf: Kunden können das Edelmetall mit hohen Abschlägen erwerben, wenn sie dafür bei der Auslieferung Wartezeiten akzeptieren. (eml)
Update 13:29 Ergänzung Stellungnahme FMA Wien













