Ganz so schnell wie noch zu Wochenbeginn gedacht, wird es wohl nichts mit dem Aufbau der 158 zusätzlichen Stellen bei der Finanzaufsicht Bafin. Der Verwaltungsrat der Behörde habe seine ursprünglich für Montag geplante Entscheidung darüber vertagt, wie das "Handelsblatt" berichtet. Verschiedene Verwaltungsratsmitglieder hätten sich vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) überrumpelt gefühlt und es als unangebracht angesehen, den Vorschlag einfach durchzuwinken, schreibt die Zeitung und verweist auf Informationen von Insidern. Die Bafin selbst habe sich zu dem Thema nicht äußern wollen.

Nun muss die Behörde mit der Ausschreibung neuer Stellen offenbar noch etwas warten. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, dass sich zunächst der Haushaltskontroll- und Prüfungsausschuss mit dem geplanten Stellenaufbau beschäftigen soll, sagten mehrere "mit der Diskussion vertraute Personen" dem "Handelsblatt". Bis der Verwaltungsrat über das Thema entscheidet, könne es Ende April oder Mai werden.

Warten aufs Gesetz
Die Verschiebung sei auch darin begründet, dass mehrere Beteiligte erst einmal die Verabschiedung des Gesetzes zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) abwarten wollen. Im Anschluss werde sich klarer zeigen, wie die Bafin umgebaut werden soll und wie viele Stellen dafür notwendig sind. Durch die vertagte Entscheidung soll außerdem der designierte neue Bafin-Chef Mark Branson die Möglichkeit bekommen, sich mit dem Stellenplan zu beschäftigen.

Die Bafin ist im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal bekanntlich in die Kritik geraten und soll deshalb personell aufgerüstet werden. Darüber, wie viele neue Stellen die Aufsicht wirklich baucht, gehen die Meinungen bei Politikern, der Bafin selbst und bei Banken allerdings auseinander.

Zunächst mit mehr Stellen gerechnet
Ursprünglich habe die Finanzaufsicht Insidern zufolge fast doppelt so viele neue Stellen schaffen wollen, wie sie nun erhalten soll, schreibt das "Handelsblatt". Nach Rücksprache mit der Politik beantragte die Behörde jedoch nur 189. Diese Zahl kürzte das BMF, das für die Rechts- und Fachaufsicht über die Bafin zuständig ist, dann noch einmal. (am)