Gold fasziniert viele Deutsche, ob als Verbraucher oder Anleger. Sie stufen das Edelmetall als sichere Investition ein. Im gegenwärtigen Zinstief erscheinen Gold, Silber oder Platin aber nicht nur als sichere, sondern auch als lukrative Geldanlage, wie eine Umfrage der Finanzaufsicht Bafin unter 1.000 in Deutschland ansässigen Personen ergab, über die sie in der aktuellen Ausgabe (Dezember 2020) ihres Bafin-Journals berichtet. Risiken und Kosten werden von den Käufern aber unterschätzt. Daher sieht sich die Behörde offenbar neben ihrer Fülle an sonstigen Aufgaben in der Pflicht und in der Lage, auf diese hinzuweisen. Vor allem, weil es auch eine Reihe an unseriösen Anbietern gebe, so die Bafin. 

Der Umfrage zufolge haben knapp 40 Prozent der Befragten bereits Gold erworben oder planen dies. Von diesen halten 78 Prozent Edelmetalle für sicherer als Bankeinlagen. 79 Prozent derjenigen, die Gold kauften oder daran interessiert sind, meinen, dass dieses einen Inflationsschutz biete, sodass man es als durchaus auch als Zweitwährung einsetzen könne. Mit diesen Argumenten werben unter anderen Banken sowie sonstige Anbieter von Edelmetallen. 

Keine Einlagensicherung für Gold
Die Bafin weist aber explizit darauf hin, dass Einlagen auf einem Sparkonto in Deutschland durch die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro je Kunde und je Kreditinstitut abgesichert sind. Eine gesetzliche Einlagensicherung für Gold und Co. existiert hingegen nicht. Ferner sei die Behauptung, Gold eigne sich als Inflationsschutz, so nicht haltbar: "Das hat bislang nicht immer funktioniert: Als die Inflationsraten zwischen 1980 und 2000 relativ hoch waren, entfaltete Gold einer Analyse zufolge jedenfalls keine Schutzwirkung", schreibt die Behörde.

Zudem weist sie darauf hin, dass das Edelmetall beileibe nicht immer eine lukrative Anlage ist. Der Goldkurs hänge schließlich von Angebot und Nachfrage ab. Da Gold auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt wird, bestimmt auch dessen Wechselkurs zum Euro den Preis mit. Beide Faktoren können dazu führen, dass Investoren Verluste bei Kauf und Verkauf des Edelmetalls erleiden können. Dieses Risikos waren sich in der Umfrage aber 58 Prozent der Erwerber und Interessenten vollauf bewusst. 33 Prozent meinten aber, ein Verlustrisiko bestehe nicht.

Nicht alle Käufer rechnen mit Nebenkosten 
Der Erwerb von Gold ist oft mit Kosten verbunden, die zusätzlich zum Kaufpreis entstehen und so die Renditechancen senken. 29 Prozent der Erwerber und Interessenten konnten sich das nicht vorstellen, so das Ergebnis der Umfrage. Weitere 22 Prozent wussten die Kostenfrage nicht einzuschätzen. Jene 49 Prozent, die sich der Kosten bewusst waren, nannten ein Aufgeld beim Erwerb (56%), Transaktionskosten bei der physischen Auslieferung (60%) oder auch Kosten einer laufenden Aufbewahrung (68%) als Beispiele. (jb)