Bafin rüffelt Unicredit wegen Aussagen zur Commerzbank
Die Finanzaufsicht Bafin hat die Unicredit in die Schranken verwiesen. Grund sind unsachliche Äußerungen der italienischen Großbank im Übernahmestreit um die Commerzbank.
Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat der Unicredit untersagt, im Rahmen des Übernahmestreits um die Commerzbank reißerische und unsachliche Werbung in sozialen Medien zu schalten. Diese enthalte "Mutmaßungen zur wirtschaftlichen Lage der Commerzbank", schreibt die Behörde in einer am Freitagabend (25.4.) veröffentlichten Mitteilung. Die Anzeigen waren innerhalb der gesamten Europäischen Union abrufbar, sind inzwischen aber wieder entfernt worden.
Die Bafin macht mit dieser Anordnung nach eigenen Angaben von ihren Befugnissen aus Paragraf 28 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes Gebrauch. Die Vorschrift solle sicherstellen, dass Anleger nicht durch unklare oder irreführende Werbung getäuscht werden. Damit begegnet sie "Missständen im laufenden Übernahmeverfahren und schafft darüber hinaus Klarheit über die Grenzen von zulässiger Werbung im Zusammenhang mit Übernahmeangeboten", heißt es weiter in der Mitteilung. Hält sich die Unicredit nicht an die Anordnung, droht ihr ein Bußgeld.
Unicredit-Chef mit Ausdauer
Hintergrund sind die seit rund 18 Monaten anhaltenden Bemühungen der italienischen Großbank um ihren Chef Andrea Orcel, die zweitgrößte deutsche Bank zu übernehmen. Ein Deal würde die Unicredit zu einem dominierenden Akteur in Deutschlands Finanzsektor machen. Allerdings stoßen die Versuche auf erheblichen Widerstand der Commerzbank, die unabhängig bleiben möchte, und auch vonseiten der Bundesregierung. (jb)















