Die Finanzaufsicht Bafin hat Flatexdegiro einer Sonderprüfung unterzogen und dabei Mängel in der Organisation und der Unternehmensführung festgestellt. Der Neobroker reagierte auf die Kritik und erweiterte seinen Vorstand. Das berichten verschiedene Medien wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf eine Mitteilung des S-Dax-Unternehmens. 

Der "FAZ" zufolge hat die Finanzaufsicht ihren Prüfungsbericht schon im November vorgelegt. Darin fordere sie den Broker unter anderem auf, "eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sicherzustellen". Zudem habe sie "vorübergehende zusätzliche Eigenmittelanforderungen angeordnet". Flatexdegiro habe nach eigenen Angaben bereits "verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die aufsichtsrechtlichen Anforderungen innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens zu erfüllen". 

Risikochef für Banktochter
Dazu gehöre, dass die hauseigene Flatexdegiro Bank mit Matthias Heinrich einen Risikochef bekommen habe. Zudem habe es organisatorische Veränderungen in der Leitung der Abteilungen Interne Kontrollen, Risikomanagement und Meldewesen gegeben, hieß es in der Unternehmensmitteilung weiter.

Derweil läuft es auch im Tagesgeschäft schlechter als gedacht. Der Vorstand senkte seine schon gedämpfte Geschäftsprognose für das laufende Jahr. Auch die erwogene Dividende wird es wohl nicht geben. Darüber hinaus haben Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, die Flatexdegiro Bank mit weiteren 50 Millionen Euro aus eigenen Mitteln zu kapitalisieren. Bisher liege das harte Kernkapital des Flatexdegiro-Konzerns bei 180 Millionen Euro. (jb)