Bafin tauscht Vorstand bei weiterer Genobank aus
Die Bafin hat bei der Raiffeisenbank Plankstetten einen Sonderbeauftragten eingesetzt und den Vorstand ausgetauscht. Gründe nennt die Aufsicht nicht. Die Bank verweist auf unterschiedliche Auffassungen zu bankaufsichtlichen Themen.
Nach einer Reihe von Problemfällen im genossenschaftlichen Bankensektor in Deutschland gerät ein weiteres Institut aus der Gruppe in den Blickpunkt. Die Raiffeisenbank Plankstetten weist in ihrem Impressum seit Kurzem Odo Steinmann als "Sonderbeauftragten für den Vorstand" aus. Im Geschäftsbericht für 2025 wurden noch Elmar Weiß und Walter Frank als Vorstände geführt.
Die Bafin bestätigte am Freitag (10.7.) auf Anfrage von "Bloomberg News" den Austausch des Vorstands, wollte jedoch keine Gründe für die Maßnahme nennen.
Hinweise bereits im Geschäftsbericht
Die Raiffeisenbank Plankstetten gehört zu den kleineren Genossenschaftsbanken in Deutschland. Ende 2025 kam sie laut einer Aufstellung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auf eine Bilanzsumme von knapp 180 Millionen Euro.
Im Geschäftsbericht 2025 hatte die Bank geschrieben, dass die Bafin aufgrund einer Sonderprüfung "Anpassungen an den Mindestanforderungen an das Risikomanagement gefordert" habe. Die Bank habe daraufhin einen Umsetzungsplan entwickelt. Bis Ende 2025 sei bereits die rechnerische Ermittlung möglicher Ausfallrisiken im Kundengeschäft weiterentwickelt und auf ein neues Verfahren umgestellt worden.
Das "Handelsblatt" und "Finanz-Szene" hatten zuerst über die Einsetzung des Sonderbeauftragten berichtet.
Weitere Genobanken zuletzt unter Druck
In jüngerer Vergangenheit waren unter anderem die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, die Volksbank Dortmund-Nordwest und die Raiffeisenbank im Hochtaunus in Schieflage geraten. Oft handelte es sich um relativ kleine Institute, die sich mit Immobilienengagements verspekuliert hatten. In mehreren Fällen setzte die Bafin Sonderbeauftragte ein.
Im Fall der Raiffeisenbank Plankstetten könnten die Probleme allerdings anders gelagert sein. "Ich habe eine wirtschaftlich solide, solvente und leistungsfähige Bank angetroffen mit hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", so der Sonderbeauftragte Steinmann in einer Stellungnahme. "Auffassungsunterschiede gab es zwischen dem Vorstand der Bank und der Bafin zu bankaufsichtlichen Tätigkeiten, das ist nun zu beheben." (mb/Bloomberg)















