Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor bei der Finanzaufsicht Bafin, plant im Kampf gegen Geldwäsche strengere Maßnahmen. Dies sagte Pötzsch in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Die neuen Regeln sollen den Banken vorschreiben, die Herkunft von Bargeld ab einer bestimmten Summe zu überprüfen. 

"Wenn jemand Bargeld bei einer Bank einzahlen will, bei der er kein Kunde ist, sollen die Institute ab einem Betrag von 2.500 Euro verpflichtet werden, Informationen über die Herkunft der Vermögenswerte einzuholen", so Pötzsch. Gibt es keine überzeugenden Nachweise, müsse das Institut die Transaktion verweigern. 

Grenze von 10.000 Euro bei bekannten Kunden 
Bei Kunden, die einer Bank bereits bekannt sind, soll die Grenze für Bargeldzahlungen – ebenso wie andere Schwellenwerte im Geldwäschebereich, vor allem bei Immobilientransaktionen – bei 10.000 Euro liegen. "Die Banken sollen allerdings auch bei niedrigen Beträgen Nachweise anfordern, wenn ihnen die Einzahlungen verdächtig vorkommen", erklärt Pötzsch. Sofern die neuen Regeln in Kraft treten, werden sie das Geschäft von Geldwäschern erheblich erschweren, ist er überzeugt.

Auch eine generelle Bargeldobergrenze könnte durchaus einen Beitrag zur Bekämpfung der Geldwäsche leisten, so Pötzsch. "Im Finanzsektor halte ich es für denkbar, dass Bargeldobergrenzen demnächst im Rahmen einer geplanten EU-Geldwäscheverordnung europaweit eingeführt werden."

Ressourcen aufstocken
Viele deutsche Banken müssten ihre Ressourcen für die Geldwäscheprävention aufstocken, findet Pötzsch. In einigen Bereichen, etwa bei der Überprüfung von Kunden, gebe es noch zu viele Mängel. "Die meisten Institute machen zwar Fortschritte, der Aufbau und die Weiterentwicklung von Kontrollsystemen sind aber kein Sprint, sondern ein Dauerlauf", konstatiert der Bafin-Aufseher. Die Bafin habe ein strenges Auge darauf, dass die Banken identifizierte Probleme beseitigen. "Falls dies nicht geschieht, erlassen wir formelle Maßnahmen", erklärt Pötzsch. (am)