Die Finanzaufsicht Bafin hat angeordnet, dass die Check24 Vergleichsportal Finanzen GmbH das Versicherungsgeschäft einstellen muss. Der Bescheid der Behörde stammt vom 5. August, eine entsprechende Mitteilung veröffentlichte die Bafin heute (14.9.). Check24 hat den Vorgang auf Anfrage von FONDS professionell bestätigt, legt aber Wert auf die Feststellung, dass sich der Bescheid zum einen nur auf eine Tochter des Branchenriesen bezieht und zum anderen, dass es sich bei dem beanstandeten Vorgang um eine ohnehin befristete Aktion handelt. Das Unternehmen hat ohne Unterbrechung Versicherungen und andere Finanzprodukte über sein Vergleichsportal vermitteln können, hinter dem wiederum eine Reihe anderer Töchter steht

Hierzu muss man wissen, dass die "Check24 Vergleichsportal Finanzen GmbH" innerhalb des Konzerns für die Vermittlung von Ratenkrediten zuständig ist. Zwischen dem 15. und 30. Juni hat die Gesellschaft Kunden im Rahmen einer Werbeaktion angeboten, "bis zu sechs Monaten die Kreditraten bei Arbeitslosigkeit erstattet zu bekommen." Dieses bereits länger eingestellte Angebot interpretiert die Aufsichtsbehörde nach Angaben von Check24 als "Versicherungsgeschäft", also die Erstellung einer Versicherung, was untersagt wurde – das Unternehmen verfügt nicht über die nötige Lizenz. Es handelt sich also nicht um die Vermittlung einer Police. Über die dafür notwendige Erlaubnis gemäß Paragraf 34d Gewerbeordnung verfügt die Check24-Tochter schon länger. 

Viele Rechtsstreitigkeiten
Der Portalbetreiber ist nicht zum ersten Mal in juristische Streitigkeiten verwickelt. Unter anderem stritt sich die Online-Gesellschaft mit einem Verband um die Auslegung der Beratungspflicht zu bei Versicherungsvermittlungen im Internet. Zuletzt erhielt sie eine Abmahnung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bezüglich eines Banners auf ihrer Seite für Girokontovergleiche. (jb)