Die Zahl der Verbraucherbeschwerden bei der Bafin zum Wertpapiergeschäft hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast vervierfacht. Das geht aus Angaben hervor, die die Finanzaufsicht anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz veröffentlichte.

Demnach erreichten die Bafin im vergangenen Jahr 2.325 Beschwerden in diesem Segment – nach nur 615 im Vorjahr. Auch die Zahl der Verbrauchereingaben, die auf Banken und Versicherungen abstellen, stieg – allerdings in deutlich geringerem Umfang (siehe Grafik).

Ausfälle beim Online-Brokerage, schleppende Depotumzüge
Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor Abwicklung der Bafin, begründet die Häufung der Beschwerden vor allem mit dem Marktumfeld. Der Corona-Crash und die darauffolgende Erholungsrally hatten für eine deutlich höhere Handelsaktivität gesorgt. Es habe zahlreiche technische Störungen gegeben, sowohl beim Handel mit einzelnen Wertpapieren als auch den zeitweisen Komplettausfall des Online-Brokerage bei einigen Instituten, so Pötzsch. Viele Beschwerden habe es auch wegen Verzögerungen beim Depotumzug von einer Bank zur anderen gegeben.

Pötzsch erläuterte, die Bafin gehe nicht jeder einzelnen Verbraucherbeschwerde nach. Häuften sich die Eingaben zu einzelnen Banken oder seien "systemische Defizite" zu vermuten, würden diese aber verfolgt. (bm)