Das Amtsgericht Offenbach hat das Insolvenzverfahren über PIM Gold offiziell eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Renald Metoja von der Kanzlei Eisner Rechtsanwälte bestellt, der diese Position bereits vorläufig ausfüllte. Gläubiger können ab sofort ihre Forderungen bei ihm geltend machen, wie es in einer Pressemitteilung der Kanzlei heißt.

Der im südhessischen Heusenstamm ansässige Edelmetallhändler hatte Ende September Insolvenz angemeldet. Zuvor war der der Gründer und Geschäftsführer von PIM Gold unter Betrugsverdacht in Untersuchungshaft genommen worden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt vermutet den Betrieb eines Schneeballsystems. 

Gläubiger bekommen Post von Metoja – Vermittler wohl auch
"Nachdem bisher die Sicherung des Vermögens im Vordergrund stand, beginnt jetzt im eröffneten Verfahren die Bestandsaufnahme der Passiv-Seite", erläutert Metoja seine Vorgehensweise. Alle bei PIM Gold erfassten potenziellen Gläubiger würden dazu in den nächsten Wochen angeschrieben. Sämtliche nötigen Informationen werden zusätzlich auch unter www.pim-gold.com veröffentlicht.

Wie viele Anleger insgesamt betroffen sind, sei derzeit noch unklar. In den Datenbanken des Goldhändlers befinden sich rund 30.000 Verträge, die circa 12.000 Kunden zuzuordnen sind. "Die genaue Zahl der Gläubiger und die Höhe der offenen Forderungen, wird sich erst nach Abschluss der Forderungsanmeldung zeigen", so Metoja weiter.

"Goldsuche" geht weiter
Simultan versucht der Jurist die Insolvenzmasse zu vergrößern. Daher geht er nach eigenen Angaben weiteren Hinweisen auf den Verbleib von rund zwei Tonnen Gold, die wohl fehlen. Andere Vermögenswerte in nennenswerter Höhe hat Metoja bei PIM bislang allerdings nicht gefunden. Das Unternehmen habe auch nicht, wie Anlegern versprochen wurde, das Gold separat für jeden Kunden im Zollfreilager des Sicherheitsdienstleisters Loomis gelagert, zitiert ihn das "Handelsblatt": "Die Menge des separat für Anleger aufbewahrten Goldes schätzen wir auf unter ein Kilogramm."

Zudem kündigt Metoja an, die Geltendmachung eventueller Ansprüche gegen Vermittler oder Dritte zugunsten der Insolvenzmasse prüfen zu wollen. Der Grund: Das Geschäftsmodell von PIM Gold bestand im Kern darin, dass der Goldhändler Kunden angeboten hatte, ihr Geld im Altgoldhandel zu verwenden und sie an den Erträgen eines nicht näher erläuterten "Gold-Recyclingkreislaufs" zu beteiligen. Die entsprechenden Verträge waren von Vermittlern vertrieben worden. (jb)