Der britische Fondsmanager Crispin Odey bleibt mit einem lebenslangen Berufsverbot für den Finanzsektor belegt. Ein Gericht hat am Montag (14.9.) eine Klage des einstigen Starfondsmanagers gegen den Bann der britischen Finanzaufsicht FCA abgewiesen. Dies teilte die Behörde mit. Ein zuvor von der FCA verhängtes Bußgeld in Höhe von 1,8 Millionen Pfund reduzierte das Gericht hingegen auf 1,5 Millionen Pfund.

Gegen Odey hatten mehrere Frauen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vorgebracht. Der Manager hat diese vehement bestritten. Er gründete 1991 die Hedgefondsgesellschaft Odey Asset Management, die auch Publikumsfonds aufgelegt hat. Hintergrund des Berufsverbots sind allerdings nicht direkt die Belästigungsvorwürfe, sondern der Umgang damit. So setzte Odey zwei Mal die Führungsgremien der Firma ab, als diese die Vorwürfe gegen ihn untersuchen lassen wollten.

"Völlige Missachtung ordnungsgemäßer Unternehmensführung"
"Herr Odey war offensichtlich der Meinung, er könne ungestraft handeln", kommentiert Therese Chambers, bei der FCA für Durchsetzung und Marktaufsicht zuständig, das Urteil. Er habe zwei Mal diejenigen entlassen, die dafür zuständig gewesen seien, Mitarbeiterinnen vor seinem unangemessenen Verhalten zu schützen und ihn für seine Handlungen zur Rechenschaft zu ziehen. "Er war der Ansicht, die Regeln gälten nicht für ihn, und handelte, um seine eigene Haut zu retten."

"Während der Anhörung hat er die Geschichte neu geschrieben, sich selbst als Opfer dargestellt und keinerlei Reue gezeigt", führt Chambers aus. "Diese arrogante Selbstgerechtigkeit und die daraus resultierende völlige Missachtung ordnungsgemäßer Unternehmensführung bedeuten, dass Herr Odey für eine Tätigkeit im Finanzdienstleistungssektor ungeeignet ist." Der Manager hat zwei Wochen Zeit, um gegen das Urteil vorzugehen.

Vergleich mit Frauen geschlossen
Zudem hatten fünf Frauen Schadenersatzklagen gegen Odey angestrebt. Im Mai 2026 einigten sich die Betroffenen und Odey vor Prozessbeginn, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtete. Details zu den Vergleichen nannten die Parteien nicht. Eine Klage gegen die Berichterstattung der Wirtschaftszeitung "Financial Times", die Odey gestartet hatte, ließ er fallen. 2023 hatten mehrere Frauen in einem Artikel der "Financial Times" Vorwürfe des Fehlverhaltens und Missbrauchs gegen Odey vorgebracht. Er hatte die Anschuldigungen damals gegenüber der "FT" als "Unsinn" bezeichnet. (ert)