Im Rechtsstreit zwischen der Dekabank-Tochter S-Broker und der DWP Bank um eine 61 Millionen Euro schwere Handelspanne zeichnet sich kein Ende ab. Die DWP Bank hat Berufung gegen ein Urteil aus dem vergangenen Jahr eingelegt, demzufolge der S-Broker rund 15 Millionen Euro zahlen soll. Das bestätigte die Bank gegenüber "Bloomberg News" am Mittwoch (22.4.).

Hintergrund für die Handelspanne ist ein komplexes Zertifikate-Geschäft eines Kunden des S-Broker gewesen, das die DWP Bank als Wertpapier-Dienstleister im Hintergrund abgewickelt hatte. Dabei kam es aufgrund eines sogenannten Reverse-Split zu einer Panne.

Die DWP Bank musste eine große Anzahl des Zertifikats zum aktuellen Marktpreis auf eigene Rechnung einkaufen. Das führte zu Einbußen von rund 61 Millionen Euro bei der DWP Bank. Diese Summe ist Gegenstand der Auseinandersetzung vor Gericht.

DWP Bank sieht Mängel im Urteil
Die DWP Bank hat bei der Prüfung der Urteilsbegründung des erstinstanzlichen Urteils "noch erhebliche entscheidungsrelevante Mängel zu ihren Lasten festgestellt und daher Berufung eingelegt", erklärte ein Sprecher der Bank.

Der S-Broker, dessen Mutterunternehmen Dekabank zu den Eigentümern der DWP Bank gehört, wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Im Geschäftsbericht 2025 erklärte die DWP Bank, dass "in einem laufenden Aktivprozess der DWP Bank AG möglicherweise ein Urteil im Jahr 2026 ergehen wird, aus diesem sich positive Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der DWP Bank ergeben könnten". (mb/Bloomberg)