Deutsche Versicherer hatten auch 2017 Probleme mit Vermittlern, die sich "Unregelmäßigkeiten" haben zuschulden kommen. Insgesamt waren es 329 Personen und damit 13 weniger als 2016. Allerdings waren diese sehr viel "fleißiger" als die Hinterzieher, die 2016 ertappt wurden: Die Aufsicht beziffert die durch diese Berater entstandenen Schäden, basierend auf den Angaben der Assekuranz, auf 13,69 Millionen Euro – fast doppelt so viel wie 2016, als Versicherer um sieben Millionen Euro geschädigt wurden. Darüber, wie viele Schäden unentdeckt geblieben und nicht in der der aktuellen Bafin-Erstversicherungsstatistik enthalten sind, kann man erneut nur spekulieren. 

Den größten finanziellen Schaden haben gebundene Vermittler verursacht, gefolgt von unabhängigen Maklern. Das verwundert angesichts der Größe des Lagers der Ausschließlichkeit aber nicht. Dabei bedienten sich die Vertriebler, über alle Gruppen von Beratern hinweg, am häufigsten des Tricks der fingierten Verträge und der Mehrfacheindeckungen. Letzterer Fachjargon umfasst Fälle, in denen ein Vermittler für einen Kunden bei verschiedenen Gesellschaften für ein Risiko jeweils Policen abschließt, um für diese Provisionen zu kassieren.

Makler waren "schlimmere Finger"
Konkret meldet die Bafin, dass 187 Ausschließlichkeitsvertreter (199 im Jahr 2016) Geld in Höhe von rund sieben Milliarden Euro (4,5 Mio Euro) oder von 37.130 Euro (22.610 Euro) pro Kopf veruntreuten. Dagegen haben 60 Makler die Versicherer um 5,4 Millionen Euro gebracht – ein immenser Anstieg gegenüber den 1,7 Millionen Euro im Vorjahr 2016 und 90.000 Euro pro Kopf.

Die übrigen von der Bafin aufgelisteten Gruppen haben geringere Schäden verursacht: 15 Innendienstmitarbeiter veruntreuten 778.000 Euro, elf Mehrfachvertreter knapp 99.000 Euro, 45 angestellte Außendienstler knapp 133.000 Euro und elf Vermittler anderer Kategorien rund 172.000 Euro. 

4,5 Millionen durch unterschlagene Inkassogelder ergaunert
44 Personen fingierten Verträge: Dadurch entstand ein Schaden in Höhe von circa 2,6 Millionen Euro. Durch Mehrfacheindeckungen haben neun Täter über 1,6 Millionen Euro ergaunert. Interessant in diesem Berichtsjahr: Der größte Schaden (4,5 Mio. Euro) entstand durch Unterschlagung von Inkassogeldern, wofür nur drei Personen verantwortlich waren.

Die Bafin-Daten zeigen ferner, dass im Lebensbereich knapp 5,5 Millionen Euro veruntreut wurden, im Schaden- und Unfallbereich waren es 6,3 Millionen Euro – berechnet auf Basis von Schäden von mehr als 5.000 Euro. In der Privaten Krankenversicherung betrug die Summe der Schäden ab 5.000 Euro aufwärts 1,1 Millionen Euro. (jb)