Der Mannheimer Vermögensverwalter Performance IMC versucht, den Schaden aus den Betrugsermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen zwei ehemalige IMC-Vorstände zu begrenzen. Dabei geht es um Anleihen, die auch in Fonds von IMC stecken. Das Haus habe Konsequenzen gezogen und Änderungen bei den Anlageentscheidungen angekündigt. Das meldet der Branchendienst Private Banking Prüfinstanz, eine Kooperation des Verlags Fuchsbriefe mit dem Berater Dr. Jörg Richter IQF.

Performance-IMC-Vorstand Muhyddin Suleiman, gegen den die Staatsanwaltschaft nicht ermittelt, erklärte dem Branchendienst zufolge, seine Mitarbeiter in der Vermögensverwaltung würden künftig keine Investmentfonds oder andere Finanzinstrumente mehr einsetzen, die sie selbst initiieren und deren Anlagestrategie sie mitbestimmen. Es würden nur noch fungible Anlagen gehandelt. Ein Portfolio müsse innerhalb von drei bis fünf Werktagen vollständig liquidiert werden können, sagte er dem Dienst. Die Private Banking Prüfinstanz hat unter anderem das Ranking von Vermögensverwaltungen als Geschäftsmodell. Auch Performance IMC hatte daran teilgenommen.

Zudem betont Suleiman, dass Anleger der von dem Institut als Berater betreuten und von den Ermittlungen betroffenen drei Saphir-Fonds keinen nachweislichen Vermögensschaden erlitten hätten. Allerdings können bei den Fonds Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2 seit dem 7. Juli keine Anteilscheine mehr zurückgegeben werden. Auch Anteilskäufe sind nicht mehr möglich. Dasselbe gilt für den Fonds Saphir mit seinen drei Anteilsklassen A, B und C.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrug
Die Ankündigung Suleimans kam vier Tage nachdem Details bekannt wurden, die dem Image des Vermögensverwalters sicher nicht zuträglich sind. Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermittelt nach einer Anzeige der Finanzaufsicht Bafin gegen insgesamt elf Personen wegen des Verdachts der Marktmanipulation, der Untreue und des Betrugs. Zum Kreis der Verdächtigen zählen auch zwei ehemalige Vorstände von Performance IMC. Die Gesellschaft ist aufgrund dieser Vorgänge auch nicht mehr Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, seit 2009 "ein Firmengeflecht zu nutzen, um Anleihen auszugeben und diese zwischen Kapitalanlegern sowie kapitalanlegenden Fonds in abgesprochenen Geschäften an der Börse zu handeln." Das geht aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vor, die FONDS professionell ONLINE vorliegt. Angesichts der nun vorgebrachten Beteuerungen bleibt jedoch die Frage, warum die Vorgänge seit 2009 weder intern noch extern aufgefallen waren.

Zweifel an Werthaltigkeit
Einige dieser Anleihen haben nach Angaben der Strafverfolger ihren Weg in die drei von IMC als Fondsberater betreuten Portfolios gefunden, bei denen Hauck & Aufhäuser als  Kapitalverwaltungsgesellschaft dient. Alle Fonds sind derzeit gesperrt, weil Hauck & Aufhäuser an der "Werthaltigkeit eines Teils des Fondsvermögens" zweifelt – FONDS professionell ONLINE berichtete exklusiv darüber. (jb)