Der Maklerpool Blau Direkt schafft das Fax bis Jahresende ab. Die in Lübeck ansässige Gesellschaft hat bereits keine eigenen Faxnummern mehr in Briefbögen oder Mail-Signaturen. Die Kommunikation mit Versicherungsgesellschaften per Fax hat sie auch schon eingestellt. Bis Silvester werden nun laut einer Pressemitteilung nach und nach alle Fax-Funktionen aus dem Maklerverwaltungsprogramm "Ameise" entfernt.

Der Pool ersetzt diese  nach eigenen Angaben durch Mail-Technologie "auf neuestem Sicherheitsstandard." Künftig würden alle Mails als "Secure/Multipurpose Internet Mail Extensions (S/MIME)" versendet. Das ist Blau Direkt zufolge ein Standard für die Verschlüsselung und das Signieren von Mails durch ein hybrides Kryptosystem. "Unsere Kommunikation für den Maklerpartner wird damit so sicher wie ein Geldtransporter", sagt Hannes Heilenkötter, Mitglied der Geschäftsleitung von Blau  Direkt.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit
Als Grund für den Schritt verweist der Dienstleister auf aktuelle Gerichtsurteile, denen zufolge Faxe nicht mehr rechtssicher sind. So habe das Verwaltungsgericht Osnabrück entschieden, dass die Übermittlung persönlicher Daten via Fax nicht zulässig ist. Sie seien wie "offene Postkarten" und das bei der Übermittlung personenbezogener Daten "einzuhaltende Schutzniveau" werde durch Faxe nicht eingehalten. Zudem habe die erste Landesdatenschutzbehörde erklärt: "Für die Übertragung besonderer Kategorien personenbezogener Daten gemäß Artikel 9, Absatz 1 der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist die Nutzung von Fax-Diensten unzulässig".

"Mir ist klar, dass sich nicht jeder Kollege darüber freut. Faxe zu verschicken war bequem und schnell", räumt Heilenkötter ein. "Gleichwohl stellt das Versenden von Faxen für Makler ein erhebliches Risiko dar. Hier können sie mit gutem Beispiel vorangehen." (jb)