Der Maklerpool Blau Direkt wehrt sich gegen Vorwürfe eines umstrittenen Branchendienstes. Dieser hatte auf seiner Internetseite in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach negativ-reißerisch über die Lübecker Gesellschaft berichtet, so über vermeintliche Ungereimtheiten bei den veröffentlichten Bilanz- und Geschäftszahlen. Blau Direkt vermutet hinter den Vorwürfen ein perfides Geschäftsmodell: Die Negativpresse werde eingestellt, sofern man eine Geschäftsbeziehung eingehe und Geld an den Dienst zahle. 

"Vermutlich kennen Sie auch die Gerüchte, dass eine Vielzahl von Unternehmen unserer Branche den Weg des geringsten Widerstands wählt und die Probleme wegzahlt", schreibt Oliver Pradetto, Co-Geschäftsführer des Pools, in einer Mail an diverse Redaktionen. Sein Unternehmen wolle dies nicht tun. "Wir hatten das Gefühl, man wolle uns zu einer Geschäftsverbindung zwingen. Statt diesem nachzugeben, sind wir den unbequemen Weg der Gegenwehr gegangen, was unserem Eindruck nach Verschärfung und Verlängerung der Kampagne bewirkt hat", so Pradetto weiter.

Korrekturen bei Bilanzen nicht ungewöhnlich
Der Branchendienst berichtete etwa Ende August im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der erneuerten Bilanz für 2015 wie folgt: "Wichtige Bilanzpositionen haben sich 31 Monate (!) nach Ende des Betrachtungszeitraumes gegenüber der ursprünglich veröffentlichten Bilanz, die immerhin auch erst 23 Monate nach Ende des Betrachtungszeitraumes veröffentlicht wurde, teils extrem verändert: Das Anlagevermögen hat sich nun auf 4,089 Millionen Euro und damit um fast 30 Prozent gegenüber der ursprünglichen Bilanz für das Jahr 2015 erhöht."

"Dass sich im Nachgang Korrekturen ergeben, ist nichts Ungewöhnliches", erklärt Pradetto gegenüber FONDS professionell ONLINE auf Nachfrage. Dies ergebe sich aus der Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden und den Sozialversicherungsträgern sowie aus anderen Gründen. Seine Gesellschaft habe im Oktober 2015 beispielsweise die Finanz-Zirkel Service GmbH übernommen, einen Pool mit vier Millionen Euro Umsatz. Erst nach der Neuerfassung der Buchhaltung seien die Zahlen vollständig in der Gesamtbilanz berücksichtigt worden. "Eine fristgerechte vorläufige Bilanz ist unter diesen Umständen ein akzeptables und gesetzeskonformes Vorgehen", so Pradetto.

"Sehr gute Bonität"
Der Maklerpool gibt aber zu, selbst eine offene Flanke für die Berichte geliefert zu haben. So habe man das Wirtschaftstestat für das Jahr 2016 nicht fristgerecht veröffentlicht, was aber nachgeholt worden sei. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Prior erstellte ein vollumfängliches Testat, nachdem sie die veröffentlichten Angaben des Unternehmens zu Umsatzzahlen, Gewinnen und Finanzrücklagen geprüft hatte. 

Blau Direkt zufolge sei auch der Lagebericht des Unternehmens geprüft worden, in dem die Gesellschaft Umsatzzuwächse von bis zu 56 Prozent jährlich meldet und sehr zuversichtliche Prognosen für die weitere Entwicklung abgibt. "Alle Angaben wurden dokumentiert, bestätigt und ohne Einschränkung testiert", heißt es in einer Pressemitteilung. Die Solidität des Unternehmens habe auch CRIF Bürgel bestätigt: Die Auskunftei untersuchte die jetzt testierten Zahlen und bescheinigte dem Unternehmen einen Bonitätsindex von 1,7. Die Note stehe für eine "sehr gute" Bonität.  

"Unabhängig voneinander haben gleich zwei sachverständige Unternehmen ihre Expertise zu den Zahlen unseres Hauses erstellt und unsere Veröffentlichungen bestätigt", kommentiert Lars Drückhammer, Co-Geschäftsführer von Blau Direkt. Der Maklerpool hat die Zahlen auch auf seiner Internetseite veröffentlicht. (jb)