Die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für eine Finanztransaktionssteuer vermiesen Privatanlegern, die Vermögen für ihren Ruhestand aufbauen wollen, den Aktienkauf. Damit führen sie die Altersvorsorge in Zeiten von Nullzinsen ad absurdum, kritisiert Marc-Oliver Lux, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Dr. Lux & Präuner. Von den ursprünglichen Zielen der Steuer, nämlich Banken an den finanziellen Belastungen von Krisen zu beteiligen und riskante Spekulationen einzudämmen, sei kaum etwas übriggeblieben, sagt er. "Die Börsensteuer trifft nicht Spekulanten, sondern eher konservative Anleger", bemängelt der Experte.

Investoren sollen ab 2021 beim Aktienkauf 0,2 Prozent des Transaktionsvolumens zusätzlich an den Fiskus zahlen. "Die geplante Börsensteuer torpediert nicht nur Aktiensparpläne, sondern auch Riester-Sparer mit einem Fondssparplan", sagt Lux. Und nicht zuletzt treffe die geplante Steuer auch Mitarbeiter, die sich mit Belegschaftsaktien an ihrem Unternehmen beteiligen, erklärt der Vermögensverwalter.

Sparen wird bestraft
Alles in allem hat die Börsensteuer nach Lux‘ Einschätzung spürbar kontraproduktive Folgen für Privatanleger. "Nach Negativzinsen bei Bundesanleihen und Nullzinsen auf Sparbücher und Bankkonten behindert der Staat künftig auch die Vermögensbildung durch den Erwerb von Aktien", bilanziert er. "So wird das eigentlich dringend notwendige Sparen für das Alter zusätzlich bestraft." Lux‘ Fazit: Die Börsensteuer in ihrer jetzigen Ausgestaltung konterkariert jede private Initiative zu sparen. (fp)