Die Versicherungsvermittlungsverordnung (VersVermV) hat eine weitere Hürde vor ihrem Inkrafttreten genommen. Der zuständige Wirtschaftsausschuss des Bundestages hat am 26. September mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD die Empfehlung an das gesamte Plenum ausgesprochen, die Verordnung unverändert zu beschließen.

Damit ist der Weg für diese im Prinzip frei. Allerdings muss sich nach der Diskussion im Parlament, deren Termin in der Drucksache des Ausschusses nicht genannt wird, noch der Bundesrat mit der VersVermV befassen. Wahrscheinlich dürfte das in der Sitzung Ende November geschehen, da die Länderkammer Vorgaben vom Bundestag immer rund vier Wochen vor dem Termin haben möchte. Damit dürfte eine Beratung Mitte Oktober kaum noch umsetzbar sein.

AfW macht sich für verspäteten Start einiger Reglen stark
Ein wesentlicher inhaltlicher Schwerpunkt der VersVermV, die die seit Februar geltende EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD ergänzen soll, ist die Ausgestaltung der 15-stündigen Weiterbildungsverpflichtung. Gegenüber dem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom vergangenen Oktober gab es diesbezüglich auch die meisten Änderungen. So wird es keine Lernerfolgskontrollen bei Präsenzterminen geben, nur noch beim Selbststudium. Auch das Verfahren rund um den Nachweis der Weiterbildungsverpflichtung wurde umgestaltet. Die Vermittler müssen die Nachweise zwar archivieren, sie dann aber nur auf aktive Nachfrage der Aufsichtsbehörde vorlegen (lesen Sie dazu auch den Artikel in der Ausgabe 3/2018 von FONDS professionell, die in diesen Tagen erscheint).

Da die Verordnungsinhalte für die Weiterbildung in diesem Jahr so lange unklar waren, kündigte der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung bereits vor Wochen an, sich dafür einsetzen zu wollen, dass diese detaillierten Anforderungen an die Weiterbildungsinhalte und an die Form des Nachweises erst ab 2019 von den Aufsichtsbehörden verlangt werden. Die Verordnung musste vom Bundestag beraten werden, da sich das Parlament bei der Verabschiedung des IDD-Umsetzungsgesetzes Mitspracherecht eingeräumt hatte. (jb)