Wenn es nach dem Willen der CSU geht, soll die Politik das Sparen für Bundesbürger attraktiver machen. Auf der bevorstehenden Klausurtagung im Kloster Seeon will die Partei ein entsprechendes Papier beschließen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Demnach sollen Banken künftig kostenlose Basiskonten für alle Verbraucher einrichten. Außerdem will die CSU Langzeitanleger steuerlich entlasten sowie eine vereinfachte Steuererklärung per Mausklick einführen.

Darüber hinaus setzen sich die CSU-Politiker für eine staatliche Innovationsanleihe ein, die Jungunternehmer unterstützen soll, und fordern die Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Zudem spricht sich die CSU gegen die erneute Einführung der Vermögensteuer, aber für die Wiederbelebung der Spekulationsfrist aus. Nach einer Haltedauer von fünf Jahren sollen Erträge aus dem Verkauf von privat erworbenen Wertpapieren steuerfrei gestellt werden.

Vor allem Sparer mit geringem Einkommen entlasten
Das Papier ist eine Reaktion auf die anhaltende Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. "Solange die EZB die Entwertung des Sparens nicht beendet, müssen wir national für eine Entlastung vor allem der Sparer mit geringen Einkommen sorgen", zitiert die Nachrichtenagentur aus dem Papier.

Der Bund der Steuerzahler begrüßt die geplanten Maßnahmen. "Kompletter Soli-Abbau für alle, Sparer entlasten, Vermögensteuer verhindern – das sind sinnvolle Vorschläge, für die auch wir als Bund der Steuerzahler kämpfen", sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

"Streuerliche Diskriminerung von Aktien kompensieren"
Auch der stellvertretender Leiter des Deutschen Aktieninstituts, Franz-Josef Leven, lobt das Engagement und regt an, zusätzlich den Sparerfreibetrag anzuheben. "Eine Steuerfreiheit auf Kursgewinne nach einer Haltefrist oder eine Erhöhung des Sparerfreibetrags würde helfen, die steuerliche Diskriminierung von Aktien zu kompensieren", sagte Leven der FAZ. (fp)