BNY Mellon bestätigte am Dienstag, die Frankfurter Niederlassung sei Ziel einer Razzia. Die Bank kooperiere weiterhin mit den Behörden in der anhängigen Ermittlung, bei der es um eine ererbte Steuerangelegenheit gehe. Das Kundengeschäft sei nicht beeinträchtigt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln teilte mit, zwei Banken würden durchsucht, er nannte jedoch keine Namen. Auch Wohnungen von Mitarbeitern, gegen die ermittelt werde, würden gefilzt. Mehr als 120 Beamte seien im Einsatz, darunter Steuerfahnder aus drei Bundesländern. Die Ermittler interessierten sich auch für Geschäfte, die ähnlich wie Cum-Ex aufgezogen wurden, so der Sprecher.

"Vorgänge liegen weit vor Übernahme der BHF Bank durch Oddo & Cie."
Eine zweite Durchsuchung betraf die Bank Oddo BHF, die die Durchsuchung ebenfalls bestätigte. Man kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, hieß es dort. "Die Vorgänge liegen weit vor der Übernahme der BHF Bank durch Oddo & Cie. in 2016 und beziehen sich insbesondere auf eine damalige Tochtergesellschaft der BHF Bank, die im Dezember 2008 zu 94,9 Prozent und im März 2010 vollständig veräußert wurde", erklärte die Bank.

Obwohl die Wurzeln des Cum-Ex-Skandals schon mehr als ein Jahrzehnt zurückliegen, erschüttert er weiterhin die Finanzbranche. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehr als 1.500 Personen und hat zuletzt den Druck auf internationale Banken erhöht. Neben Morgan Stanley und JP Morgan wurden in den vergangenen Monaten auch die Niederlassungen von Merrill Lynch ins Visier genommen. Auch das Frankfurter Büro von Barclays wurde gefilzt.

Der deutsche Fiskus fordert von BNY Mellon rund 150 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften zurück, wie die Bank im Februar 2021 mitgeteilt hatte. Einen kleineren Betrag hat BNY im September laut einem Bericht des "Handelsblatts" an das Bundeszentralamt für Steuern gezahlt. (mb/Bloomberg)