Für die Großkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer wird es im Rahmen des Cum-Ex-Skandals ungemütlich: Ihr führender Steueranwalt Ulf Johannemann hat die Kanzlei verlassen, berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ). Seit circa zwei Jahren ermittelt nun schon die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft gegen den Top-Juristen. Der Vorwurf: Hannemann soll der mittlerweile insolventen Franktfurter Maple Bank dabei geholfen haben, den Staat mit Cum-Ex-Geschäften systematisch und in großem Stil um einen dreistelligen Millionenbetrag zu erleichtern.

Die Ermittler haben die Geschäftsräume der Kanzlei bereits zwei Mal durchsucht, die Menge an belastendem Material gegen beteiligte Anwälte und Banker sei erdrückend, so die SZ weiter. Im Sommer hatte Johannemann den Ermittlern gegenüber in einer mehrtägigen Vernehmung noch bestritten, von den Betrugsgeschäften der Maple Bank gewusst zu haben. Nun ist er seinen Job los und "und das Renommée einer der größten und erfolgreichsten Kanzleien der Welt nimmt schweren Schaden", so die SZ.

Rechtsanwälte im Visier
Denn gegen die Verantwortlichen der Maple-Bank soll nach Recherchen von SZ und WDR noch in diesem Jahr Anklage wegen schwerer Steuerhinterziehung in mehreren Fällen erhoben werden. Das Besondere daran: In dem erwarteten Prozess könnte erstmals auch geklärt werden, inwiefern die beteiligten Rechtsanwälte an Cum-Ex-Geschäften mitschuldig sind. (fp)