Hanno Berger habe sich der besonders schweren Steuerhinterziehung in drei Fällen schuldig gemacht, erklärte ein Vertreter der Kölner Staatsanwaltschaft am Dienstag im Schlussplädoyer vor dem Bonner Landgericht. Das Gericht soll außerdem 27,3 Millionen Euro aus seinem Vermögen beschlagnahmen, so der Antrag. Ein Urteil ist für den 13. Dezember geplant.

Berger, der oft als "Spiritus Rector" von Cum-Ex bezeichnet wird, floh im Jahre 2012 aus Deutschland als seine Frankfurter Kanzlei durchsucht wurde. Nach über neun Jahren in der Schweiz wurde Deutschlands einst höchstdotierter Steueranwalt im Februar ausgeliefert. Ein Verfahren gegen ihn wird auch vor dem Landgericht Wiesbaden verhandelt, ebenfalls wegen des Vorwurfs der schweren Steuerhinterziehung durch Cum-Ex.

Cum-Ex-Geschäfte nutzten die Art und Weise aus, wie vor 2012 Dividendensteuern abgeführt wurden. In den Deals wurden Aktien leer verkauft, was am Ende dazu führte, dass Steuern mehrfach erstattet wurden. 2012 wurde das Besteuerungsverfahren geändert. Laut Schätzungen könnten die Hintermänner dieser Transaktionen die Steuerzahler um mehr als zehn Milliarden Euro geprellt haben. (mb/Bloomberg)