Der Rechtsstreit zwischen der Schweizer Bank Sarasin und Erwin Müller, dem Inhaber der Drogeriekette "Müller", um die Zahlung von 45 Millionen Euro Schadensersatz wegen falscher Anlageberatung ist beendet. Die Bank verzichtet darauf, beim Bundesgerichtshof gegen ein Urteil des Oberlandesgerichtes (OLG) Stuttgart Berufung einzulegen. Dieses hatte dem 86-jährigen Unternehmer im September Recht gegeben und die Bank zur Zahlung verurteilt. Das berichtet das "Handelsblatt". 

Müller hatte vor acht Jahren 50 Millionen Euro in den Luxemburger Sheridan-Fonds gesteckt, der mit der umstrittenen "Cum-Ex"-Methode arbeitete. Darunter versteht man Aktien-Transaktionen rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens. Sie führen zu einer doppelten Erstattung der Kapitalertragssteuer – obwohl diese nur einmal gezahlt wurde. Die Methode gilt inzwischen als nicht mehr zulässig.

Die Bank Sarasin habe ihn über das umstrittene Geschäftsmodell des Fonds und die Risiken nicht ausreichend informiert, so Müllers Sicht. Deshalb hatte er Ausgleichszahlungen für die entstandenen Verluste verlangt. Das OLG Stuttgart und zuvor das Landgericht Ulm hatten ihm Recht gegeben: Die Bank Sarasin habe ihre Pflichten verletzt und den Drogerie-Unternehmer beim Kauf von Anteilen an den Fonds nicht ausreichend informiert. (jb/fp)