Das FNG-Siegel wird rechtzeitig EmpCo-konform
Gegen Greenwashing und für mehr Transparenz: Mit der EmpCo-Richtlinie steigen die Anforderungen nicht nur für Produktgeber, sondern auch für die Anbieter von entsprechenden ESG-Siegeln. Das Forum Nachhaltige Geldanlagen hat weit vor dem Inkrafttreten reagiert.
Als einer der ersten Anbieter von ESG-Nachhaltigkeitslabeln für Fonds und ähnliche Finanzprodukte hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen auf einer virtuellen Veranstaltung die EmpCo-Konformität seiner FNG-Siegel bestätigt. Kurz zum Hintergrund: Da Nachhaltigkeitsversprechen, Auszeichnungen und Marketing eine erhebliche Orientierungsfunktion haben, führt die EU mit der sogenannten EmpCo-Richtlinie – die Abkürzung steht für das englische "Empowering Consumers for the Green Transition" – neue Regeln ein (FONDS professionell ONLINE berichtete).
Diese Vorschriften werden in Deutschland durch eine Anpassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ab dem 27. September umgesetzt und sollen definieren, was Anbieter von Produkten und Dienstleistungen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern als nachhaltig kommunizieren dürfen. Ziel ist, Grünfärberei einzudämmen, Nachhaltigkeits-Auszeichnungen glaubwürdiger zu machen und letzten Endes Verbrauchende wahrheitsgemäßer zu informieren.
Ein regulatorischer Mindeststandard
Unter das neue, aus dem Verbraucherschutz motivierte Gesetz fallen auch Nachhaltigkeitssiegel, Awards oder ähnliche Auszeichnungen wie zum Beispiel die FNG-Siegel. Solche Etiketten dürfen grundsätzlich nur verwendet werden, wenn sie auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von einer öffentlichen Stelle festgesetzt wurden. Das zugrunde liegende Zertifizierungssystem muss dabei transparente und öffentlich zugängliche Anforderungen vorweisen sowie eine objektive Überwachung durch eine unabhängige dritte Stelle gewährleisten. Damit setzt die EmpCo-Richtlinie einen regulatorischen Mindeststandard für die Transparenz und Glaubwürdigkeit von entsprechenden Nachhaltigkeits-Auszeichnungen.
Als eines der zentralen Projekte des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlagen habe man über den Sommer mit Hochdruck daran gearbeitet, die über 100 Einzelanforderungen der im Gesetzestext explizit für Zertifizierungs-Stellen genannten Norm ISO/IEC 17065:2013 zu erfüllen, erläuterte Verbandsvorsitzender Marian Klemm auf der Infoveranstaltung. Als Ergebnis dieser, zusätzlich von einer renommierten Anwaltskanzlei begleiteten Bemühungen sei man zu dem erfolgreichen Abschluss gekommen, dass die FNG-Siegel rechtzeitig mit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie EmpCo-konform sein werden.
Unabhängige Zertifizierung
Für Anbieter entsprechender Fonds oder Finanzprodukte würden die FNG-Siegel damit eine belastbare Grundlage bieten, um damit die durch eine unabhängige Zertifizierung geprüften Nachhaltigkeitsmerkmale ihrer Finanzprodukte transparent und nachvollziehbar zu kommunizieren. "Der Rückgriff auf die unabhängige Due-Diligence im Rahmen einer Bewerbung um ein FNG-Siegel kann also eine Teilantwort auf die Frage eines jeden Finanzinstituts sein, wie die Nachhaltigkeit des eigenen Produktangebots nachvollziehbarer und rechtlich belastbarer kommuniziert werden kann", ergänzte Roland Kölsch von FIRST, der für die Koordination der FNG-Siegel wie auch des neuen Transition-Siegels verantwortlichen Organisation. (hh)















