Die Deutsche Bank hat eine ihrer vielen juristischen Baustellen schließen können. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat ihre Ermittlungen gegen zwei Mitarbeiter des Geldauses eingestellt. Die Fahnder konnten keinen hinreichenden Tatverdacht erkennen. Der Vorwurf wog schwer: Mitarbeiter einer Tochtergesellschaft sollen Kunden dabei geholfen haben, über Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen Geld gewaschen zu haben.

Anlass für die Ermittlung war die Veröffentlichung der sogenannten "Panama Papers". Diese von einem Recherchenetzwerk aus mehreren internationalen Medien ausgewerteten Dokumente offenbarten ein Geflecht aus Steuerhinterziehung und Geldwäsche, in das zahlreiche Geschäftsleute und prominente Persönlichkeiten verstrickt waren.

Briefkasten-Connection
Im November 2018 hatten im Zuge dessen Kriminalbeamte und Staatsanwälte die Zentrale sowie Niederlassungen der Deutschen Bank durchsucht. Im Mittelpunkt stand dabei die Deutsche-Bank-Tochter Regula Limited mit Sitz auf den britischen Jungferninseln. Sie war laut Medienberichten mit etlichen Briefkastenfirmen in Steueroasen verbandelt. Die beiden verdächtigten Banker waren dort angestellt. Das Geldhaus verkaufte 2018 dieses Geschäftsfeld.

15 Millionen Euro Strafe
Auch wenn die Razzia keine strafrechtlich relevantes Fehlverhalten zutage förderte, zahlt das Institut dennoch eine Buße in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro – wenngleich in einem gesonderten Verfahren. Fünf Millionen zahlt die Bank als direkte Geldstrafe, weitere zehn Millionen stünden im Zusammenhang mit einer "Abschöpfung von vermiedenen Kosten" wegen der Versäumnisse im Kontrollumfeld, so die Bank.

So habe es das Institut versäumt, Anzeigen wegen des Verdachts auf Geldwäsche rechtzeitig abzugeben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zudem sei auf Leitungsebene die Aufsichtspflicht verletzt worden und die Bank in den fraglichen Jahren 2015 bis 2018 für den Kampf gegen Geldwäsche personell nicht ausreichend ausgestattet gewesen. Die Ermittlungen im Fall Regula gegen inländische Kunden der Deutschen Bank wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber an. (ert)