Die Betreiber unerlaubter Finanzdienstleitungen halten die Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin auf Trab. Offenbar vernebelt die Aussicht auf hohe Renditen den Verstand vieler privater Anleger, und sie lassen sich auf windige Investments ein, wie der zuständige Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch kürzlich erklärte. 2018 musste die Behörde daher insgesamt 87 Mal ein Verbot gegen Gesellschaften aussprechen – ein neuer Rekord.

Auch 2019 geht der Fachabteilung die Arbeit nicht aus. Aktuell sind schwerpunktmäßig vor allem Handelsplattformen für Differenzkontrakte und Kryptowährungen im Visier der Bafin, wie ein Blick auf die Veröffentlichungen der behördlichen Warn- und Verbotsmeldungen zeigt. In den ersten acht Tagen des neuen Jahres teilte sie schon mit, dass Digitroniq, Top Algo Trade sowie die Bitcoin Revolution und Bitcoin Evolution keine von ihr zugelassenen Institute gemäß Paragraf 32 Kreditwesengestz (KWG) sind. In den vergangen zehn Tagen hat sich diese Liste um drei weitere Gesellschaften verlängert.

Keine KWG-Lizenz
Die Infinity App Club betreibt ohne diese KWG-32-Lizenz unerlaubte Finanzdienstleistungen, indem sie potentielle deutsche Kunden per Email anspreche und sie auf die Website "infinityappclub.com" locke. Unter dieser anonym registrierten Domain bietet das Unternehmen, das weder Rechtsform noch Sitz angibt, ein automatisiertes Programm oder App für den Online-Handel in verschiedenen Finanzinstrumenten ("various financial instruments") oder "hoch spekulativen Investments" ("highly speculative investments") an. Ferner werden Anleger laut Bafin darüber im Dunkeln gelassen, wo, über wessen Konten und über welche Broker der angebliche Handel in Finanzinstrumenten stattfinden soll.

Die CCFDbank ist ebenfalls keine Bafin-lizensierte Gesellschaft. Sie bietet auf ihrer Website Interessenten an, Handelskonten zu eröffnen, um mit Differenzkontrakten auf Aktien und Rohstoffen zu handeln. Das Unternehmen hat der Behörde zufolge keine zustellungsfähige Adresse im Inland. Die auf der Website im Impressum angegebene Adresse in Frankfurt am Main existiert nicht. Unter der auf der Website angegebenen Rufnummer ist keine Kontaktaufnahme möglich.

Eigenhandel verboten
Während die Bafin vor den beiden eben genannten Anbietern nur warnt, hat sie der Euro Wealth OÜ (vormals Allpro Tech OÜ, früher Nostro Technology OÜ) aus dem estnischen Tallinn die sofortige Einstellung des grenzüberschreitenden Eigenhandels angeordnet. Diese bietet auf der von ihm betriebenen Handelsplattform "www.prestige.fm" deutschen Kunden ebenfalls Differenzkontrakte auf Währungen, Aktien, Handelswaren, Indizies und Kryptowährungen an.

Bekanntmachung: Anbieter kann Forderungen nicht erfüllen
Ferner macht gemäß Paragraf 11a Absatz 2 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) die Behörde auf eine Veröffentlichung der "te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG" aufmerksam: Die Gesellschaft kann nach eigenen Angaben (nähere Infos gibt es hier) fällige Zins- und Rückzahlungen von ausgegebenen Nachrangdarlehen für Investments in Photovoltaikanlagen kurz- bis mittelfristig nicht erfüllen. (jb)