Eine Brancheninitiative von Verbänden und Experten unter Federführung des AfW Bundesverbandes Finanzdienstleistung hat eine standardisierte Datenschutzeinwilligungserklärung entwickelt, die konform mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist. Das teilt der AfW mit. Dadurch sollen Prozesse wie Bestandsübertragung, Bestandsverkauf und Risikovoranfragen deutlich erleichtert werden – auch im Hinblick auf weitere Beteiligte wie Pools oder Versicherer. Zudem führe laut Mitteilung ein Branchenstandard zu einer deutlich höheren Rechtssicherheit für Makler als die Verwendung individuell erstellter Formulierungen und vereinfache Verarbeitungsprozesse.

Die DSGVO regelt seit 2018 die Verarbeitung von Kundendaten. Das betrifft auch Maklervollmachten und damit folgend mögliche Übertragungen von Beständen sowie auch die Erhebung sensibler personenbezogener Daten, etwa im Rahmen einer Gesundheitsabfrage: Für alle diese muss eine korrekte Datenschutzeinwilligung der Kunden in die Verarbeitung ihrer Daten vorliegen. Daher hatte der AfW bereits vor rund zwei Jahre eine Branchenlösung angekündigt – nun ist es soweit. Diese berücksichtigt ferner die Belange der Assekuranz und bezieht Regelungen des GDV Code of Conduct Datenschutz und die unverbindlichen GDV-Musterformulierungen ein.

Kostenloser Download
Die beiden standardisierten Einwilligungserklärungen sollen der Mitteilung zufolge das Gros der regelmäßig vorkommenden Datenverarbeitungsvorgänge zwischen Versicherern und Maklern sowie Pools abdecken. Die Erklärungen werden in Form von PDF-Dokumenten, die individuell befüllt werden können, mit entsprechender Kennzeichnung und Versionsnummer sowie einem Feld zur Einfügung eines eigenen Logos (Whitelabel) kostenfrei zum Download zur Verfügung gestellt. "Nicht gewünscht und gewollt ist eine inhaltliche Änderung. Nur so lassen sich höchstmögliche Rechtssicherheit und Aktualität der Dokumente gewährleisten sowie die angestrebten Synergieeffekte realisieren", heißt es in der Mitteilung weiter.

Aktuell liegt die Erklärung in zwei Varianten vor: Eine Variante betrifft das "normale" Antragsgeschäft und bilde hierfür die regelmäßig erforderlichen Einwilligungs- und Schweigepflichtentbindungserklärungen ab. Die zweite Variante ist speziell für den Bereich der nicht anonymisierten Risikovoranfragen im Bereich der Lebens-, Unfall- und Krankenversicherer konzipiert worden, bei denen regelmäßig sensible Gesundheitsdaten an die Versicherungsunternehmen übermittelt werden. Diese Variante enthalte zugleich auch die für die Versicherer zur Bearbeitung der Risikovoranfragen erforderlichen Einwilligungserklärungen.

Beteiligte Verbände und Initiativen
Zu den beteiligten Verbänden gehören neben dem AfW der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler (BDVM), der Bundesverband der Sachverständigen für das Versicherungswesen (BVSV), die Interessengemeinschaft Deutscher Versicherungsmakler (IGVM), die Schutzvereinigung deutscher Vermittler von Versicherungen und anderen Finanzdienstleistungen (SdV), der Votum Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa und die Vereinigung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler (VSAV), ferner die Initiativen BFV - Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler, die "Pools für Makler" und der Arbeitskreis Beratungsprozesse. (jb)