Die Regelungen hatten im Vorfeld für viel Aufregung und Befürchtungen gesorgt. Nachdem sie am 25. Mai 2018 in Kraft getreten war, wurde es jedoch ruhig um die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Ein Jahr gelten die neuen Datenschutz-Bestimmungen inzwischen, das "bürokratische Monster", von dem in den ersten Monaten 2018 oft die Rede war, hat seinen Schrecken verloren. Maklerpool-Chefs und Verbände, die FONDS professionell ONLINE befragt hat, erklären mehrheitlich, die Umsetzung der DSGVO habe sich zwar mühsam und zweitaufwendig gestaltet, inzwischen laufe aber alles weitestgehend problemlos. 

Auch die große Abmahn-Welle, die zahlreiche Juristen beschworen und die viele Vermittler und Berater deshalb befürchtet hatten, ist bislang ausgeblieben. Dies geht aus einer Umfrage des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) unter 237 Experten aus Mitgliedsunternehmen hervor. So haben nur vier Prozent der Befragten bislang tatsächlich Abmahnungen aufgrund von mutmaßlichen Datenschutzverstößen erhalten. 2018 waren es fünf Prozent. 88 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten keine Abmahnungen erhalten, die sich auf die DSGVO stützten. 16 Prozent rechnen zwar damit, dass sie noch abgemahnt werden, 57 Prozent beantworteten die entsprechende Frage aber mit einem klaren "Nein".

Keine extrem hohen Bußgelder
Im Falle von tatsächlichen Datenschutzverstößen sieht die DSGVO Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens vor. In Deutschland sind derart hohe Summen bisher aber nicht fällig geworden. Nach einer Umfrage der "Welt am Sonntag" wurden insgesamt Strafen in Höhe von knapp 500.000 Euro verhängt, die sich auf 75 Verstöße verteilen.

Eines der höchsten Bußgelder wurde soeben gegen die Smartphone-Bank N26 verhängt, wie "Der Tagesspiegel" berichtet. 50.000 Euro habe der Berliner Datenschutzbeauftragte angeordnet, schreibt die Zeitung. Grund dafür sei die unbefugte Verarbeitung personenbezogener Daten ehemaliger Kunden gewesen.

Wenn Sie erfahren möchten, wie Maklerpool-Chefs und Branchenverbände die DSGVO ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten bewerten und wie sie mit den Regelungen zurechtkommen – klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke oben. (am)