Die Finanzaufsicht Bafin hat vergangenes Jahr deutlich mehr Beschwerden über Finanzdienstleister gezählt. Insgesamt gingen 2025 über 46.400 Klagen bei ihr ein – ein Drittel mehr als im Vorjahr. Das gilt gerade auch für die in Deutschland aktiven Versicherungsgesellschaften, allerdings spielte hier ein Sondereffekt eine Rolle: Der hohe Anstieg ist auf einen Einzelfall zurückzuführen, wie die Behörde mitteilt. Auch die Klagen über Banken nahmen zu, während diejenigen über Kapital- und Investmentgesellschaften rückläufig waren. 

In konkreten Zahlen gingen bei der Aufsicht 2025 insgesamt 14.285 Beschwerden über Versicherer und damit 5.479 (62%) mehr als im Vorjahr ein. Der größte Teil entfiel auf den Bereich Kfz, wo es 5.238 Klagen gab (2.987 im Jahr 2024). Auch die Dienstleistungen privater Krankenversicherer beanstandeten die Verbraucher häufiger: 4.044 Beschwerden statt 1.593 im Vorjahr registrierte die Behörde. Dagegen gab es offenbar weniger über Lebensversicherer und deren Produkte oder Services zu meckern: Nur noch 1.583 Eingaben statt 1.655 tauchen in der Bafin-Statistik auf. 

Einzelfall verzerrt Statistik
"Bei den Beschwerden über Versicherer ging es in erster Linie um die Schadensbearbeitung, vor allem um die Bearbeitungsdauer und die Höhe der Versicherungsleistung. Das ist kein neues Thema für uns", sagt der Bafin-Verbraucherschutzbeauftragte Christian Bock und betont, dass der Anstieg der Beschwerden wegen des nicht näher erläuterten Einzelfalls kein branchenweiter Trend sei.

Im Bankenbereich gab es mit 25.744 Klagen auch einen Anstieg gegenüber den 22.123 aus dem Vorjahr 2024. Private Banken hatten wieder "die Nase vorn": In 17.105 Fällen (15.081 im Jahr 2024) klagten Kunden über private Institute, über Sparkassen 1.993 Mal (1.857) und über genossenschaftliche Institute 1.698 Mal (1.533).

Unzufriedenheit mit Neobanken
Allerdings konzentrieren sich der Bafin zufolge etwa 50 Prozent der Beschwerden auf fünf große Institute – die auch die meisten Kunden, Konten und Depots haben. Etwa ein Drittel der Beschwerden betreffe Neobanken. "Eine Ursache für deren hohen Anteil könnte sein, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher sich nicht im Klaren darüber sind, dass Onlinebanken nicht die gleiche persönliche Betreuung wie Filialbanken bieten können", sagt Bock.

Nur am Rande vermerkt die Aufsicht, dass sie 2025 lediglich 59 Beschwerden und 148 Anfragen zu Investment- und Kapitalverwaltungsgesellschaften erhielt. Im Vorjahr waren es 105 Beschwerden beziehungsweise 61 Anfragen. Zu Wertpapiergeschäften über alle Finanzdienstleister teilt die Bafin lediglich mit, dass 6.860 Beschwerden (Vorjahr: 5.910) und 363 Anfragen (Vorjahr: 239) bei ihr eintrafen. (jb)