Langsam kommt Bewegung in die Sache: In nächster Zeit dürften Anleger zum ersten Mal einen sogenannten Ex-post-Kostenausweis in ihrem herkömmlichen oder elektronischen Briefkasten vorfinden. Denn Banken und Fondsplattformen beginnen jetzt damit, dieses Dokument zu verschicken.

Mit dem Ex-post-Kostenausweis müssen die Institute über alle Produkt- und Dienstleistungskosten informieren, die im Zusammenhang mit einer Geldanlage entstanden sind. So schreibt es die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II vor. Der Kosten-Report ist zumindest dann Pflicht, wenn eine laufende Geschäftsbeziehung besteht, bei der die Bank Bestandsprovisionen vereinnahmt und dem Kunden dafür "laufende Vorteile" gewährt. Einmal im Jahr müssen die Anlegern ein solches Reporting erhalten.

Minus im Depotauszug
Im Sinne höherer Transparenz ist die neue Kosteninformation durchaus vernünftig. Bei Anlegern dürfte sie allerdings weniger Freude als Verwirrung auslösen. Immerhin haben nach fast zehn Jahren Hausse 2018 fast alle Asset-Klassen an Wert verloren. Im Depotauszug steht also ein Minus. Doch ausgerechnet für dieses Jahr wird nun erstmals in Euro und Cent vorgerechnet, was die Anlage gekostet hat. Das kann zu Unmut führen.

Hinzu kommt, dass die Zahlen Transparenz und Vergleichbarkeit oft nur suggerieren. Ein Grund dafür: Der europäische Gesetzgeber hat für die Berechnung bestimmter Kosten keine Standards vorgegeben. Darüber hinaus mussten Banken zum Teil mit veralteten Daten arbeiten, denn die tatsächlichen Produktkosten für das Jahr 2018 liegen bei vielen Fonds noch nicht vor. Irritationen sind damit quasi programmiert.

Mühevolle Kleinarbeit
Da die Institute für die Ex-post-Kostenausweise Informationen von verschiedenen Beteiligten in mühevoller Kleinarbeit zusammenzuführen müssen, überrascht es kaum, dass der Versand bei den meisten Instituten nicht schon zu Jahresanfang begonnen hat. So hat eine Umfrage von FONDS professionell bei sechs Geschäftsbanken, zehn depotführenden Stellen wie Fondsplattformen sowie bei den Dachorganisationen der Sparkassen und der genossenschaftlichen Institute im Februar 2019 gezeigt: Nur die Commerzbank hatte die Kostenberichte schon verschickt.

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Bald geht es also los. FONDS professionell ONLINE möchte daher wissen, ob Berater unangenehme Nachfragen von Kunden und einen hohen Erklärungsbedarf fürchten.