Das Landgericht Münster hat einen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank Münster wegen Untreue zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss er 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Dies berichten diverse Medien, darunter der "Westdeutsche Rundfunk".

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der frühere Bank-Chef über Jahre hinweg Geld seines Instituts für private Zwecke abgezweigt hatte. So soll der heute 64-Jährige etwa Partys, exklusive Reisen und teure Essen mit Freunden auf Kosten der Bank abgerechnet haben. Aus diesem Grund sei er bereits 2016 fristlos entlassen worden, so der "WDR".

Bodenhaftung verloren
Im Laufe des Prozesses habe der Angeklagte die Vorwürfe zugegeben und auch Reue gezeigt. Er habe die Bodenhaftung verloren, erklärte er dem "WDR" zufolge in einer Verhandlung. Der Gesamtschaden für die Bank liegt laut Urteil bei rund 470.000 Euro. Ursprünglich ging es in dem Verfahren um einen Schaden von mehr als einer Million Euro, den der Ex-Sparda-Chef in 200 Einzeltaten verursacht haben sollte.

Das Urteil entspricht mit der Bewährungsstrafe der Forderung der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine längere Haftstrafe ohne Bewährung gefordert. Im Prozess sei deutlich geworden, dass es bei der Sparda-Bank Münster kein funktionierendes internes Kontrollsystem gegeben habe, berichtet der "WDR". Daher habe es der ehemalige Banker bei den Betrügereien besonders leicht gehabt.

Festhalten an Rentenforderung
Trotz seines Geständnisses fordere der ehemalige Sparda-Bank-Chef weiterhin eine monatliche Rente von mehr als 11.000 Euro von seinem früheren Arbeitgeber, so der "WDR". Die Strafverfahren gegen zwei ehemalige Vorstandskollegen und einen Ex-Aufsichtsratsvorsitzenden seien gegen Geldauflagen eingestellt worden. (am)