Um den Banken der Eurozone eine höhere Verschuldungsquote ("Leverage Ratio") zu ermöglichen, dürfen die Institute bei der Berechnung der Quote bestimmte Vermögenswerte wie Einlagen bei der EZB ausnehmen. Die Regelung ist bis zum 27. Juni 2021 gültig, wie der EZB-Rat als oberstes Entscheidungsgremium der Notenbank in einer Presseaussendung bekanntgab.

Basierend auf den Daten für März würde das die Verschuldungsquote um 0,3 Prozentpunkte auf 5,36 Prozent erhöhen. Ab 28. Juni 2021 müssen die Banken eine Quote von drei Prozent erfüllen, müssen diese Messgröße aber bereits jetzt berichten. Die Leverage Ratio spielt bei den Kapitalvorgaben für Banken eine entscheidende Rolle. Dabei werden die Geschäfte eines Geldhauses unabhängig vom Risikogehalt pauschal ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt.

"Die durch die Coronavirus-Pandemie (Covid-19) hervorgerufene Situation hat alle Volkswirtschaften des Euroraums in einer beispiellosen und tiefgreifenden Weise getroffen", heißt es in der Mitteilung. "Nach Ansicht des EZB-Rates ist daher die Bedingung außergewöhnlicher Umstände, die den vorübergehenden Ausschluss bestimmter Forderungen an Zentralbanken aus der Berechnung der Gesamtbeleihungswerte der Banken rechtfertigen, für das gesamte Euro-Währungsgebiet erfüllt." (mb)