EZB-Vize bremst beim Regulierungsabbau: Kapitalstärke ist "rote Linie"
EZB-Vizepräsident Luis de Guindos signalisiert deutlich, dass geplante Entlastungen für Banken nicht zulasten ihrer Kapitalstärke gehen sollen. Der Druck, europäische Institute gegenüber US-Konkurrenten wettbewerbsfähig zu halten, wächst.
Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, hat eines der bislang deutlichsten Signale gegeben, dass Spitzenvertreter, die an einer Entlastung bei der Bankenaufsicht arbeiten, nicht an der finanziellen Stärke der Institute rütteln werden.
"Wir haben einige rote Linien", sagte Guindos am Mittwoch (26.11.) gegenüber "Bloomberg Television". "Die Höhe des Kapitals und die Widerstandsfähigkeit der europäischen Banken sind sehr wichtige Faktoren."
Taskforce arbeitet an Vorschlägen für EU-Kommission
Guindos leitet eine Gruppe hochrangiger Notenbanker aus dem Euro-Raum, die sicherstellen wollen, dass die Banken der Region nicht gegenüber Konkurrenten in den USA ins Hintertreffen geraten, wo derzeit Regulierung zurückgefahren wird. Im kommenden Monat wird diese Taskforce der Europäischen Kommission Vorschläge vorlegen – als zentralen Beitrag für einen umfassenden Bankenbericht, den das EU-Exekutivorgan für das nächste Jahr plant.
Banken pochen auf Lockerungen – Guindos widerspricht
Viele Banken argumentieren, Europa solle Anforderungen abschwächen, um Mittel für Kreditvergabe und Ausschüttungen freizusetzen. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Regulierung als "zu rigoros". Guindos hielt dagegen, dass die Kapitalausstattung den Banken im Block gut gedient habe.
"Dies wird ein entscheidender Faktor sein, um das potenzielle Wachstum im Euro-Raum in Zukunft zu verbessern", sagte er in Frankfurt.
Warnung vor Risiken im Schattenbankensektor
Darüber hinaus sagte Guindos, dass eine genauere Prüfung der Bewertungen von Vermögenswerten in Private-Credit- und Private-Equity-Fonds angebracht sein könnte, da einige Unternehmen Teile ihrer Portfolios nicht verkaufen konnten.
"Sie wachsen ziemlich stark", sagte er über direkte Kreditgeber. "Die Lage der Banken in Europa ist gut, aber wir dürfen nicht übersehen, was in anderen Bereichen passiert, die im gesamten Finanzsystem zunehmend an Bedeutung gewinnen." (mb/Bloomberg)













