Falsche Anschuldigungen: Ex-Commerzbank-Analyst muss ins Gefängnis
Ein früherer Analyst der Commerzbank muss in Großbritannien hinter Gitter. Er hatte laut Gericht falsche Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung erhoben und gelogen, um Entschädigung zu erhalten. Nun wurde er zu 20 Monaten Haft verurteilt.
Ein ehemaliger Analyst der Commerzbank ist in Großbritannien zu 20 Monaten Haft verurteilt worden, weil er nach Auffassung eines Richters falsche Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung gegen eine Kollegin erhoben und die Gerichte bewusst belogen hatte, um nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes eine Entschädigung zu erhalten.
Damilare A., der als Compliance-Analyst tätig war, "wusste, dass das, was er sagte, frei erfunden war", erklärte Richter Martin Spencer am Londoner High Court am Freitag (7.11.). Die Commerzbank hatte A. wegen Missachtung des Gerichts verklagt, nachdem ein Arbeitsgericht seine Anschuldigungen zuvor als unbegründet zurückgewiesen hatte.
A. "hat das Gericht in schwerwiegender Weise missachtet, indem er falsche eidesstattliche Erklärungen abgegeben, falsche Aussagen unter Eid gemacht und damit das ordnungsgemäße Funktionieren der Justiz beeinträchtigt hat", so Spencer.
Belastende Folgen für Kollegin
Die Commerzbank hatte erklärt, A. habe das Gericht belogen und seine falschen Anschuldigungen hätten sich negativ auf die Gesundheit der Kollegin ausgewirkt, die er der Belästigung beschuldigt hatte.
Nach Angaben seiner Anwältin erwägt A., Berufung einzulegen. "Er ist der Überzeugung und Wahrnehmung, dass die Behauptungen, die er vor dem Arbeitsgericht vorgebracht hat, der Wahrheit entsprachen, und ist enttäuscht, dass der High Court gegen ihn entschieden hat", erklärte Karen Todner.
Hohe Prozesskosten und Bewährungsregelung
Das Gericht ordnete außerdem an, dass A. 150.000 Pfund (rund 171.000 Euro) an Prozesskosten zahlen muss. Nach Verbüßung von 40 Prozent seiner Strafe kann er auf Bewährung entlassen werden.
"Wir begrüßen die Entscheidung des High Court, Herrn A. schuldig zu sprechen", erklärte ein Sprecher der Commerzbank nach dem Urteil. (mb/Bloomberg)













