Der Entwurf zur Regelung von elektronischen und Krypto-Anleihen der Bundesregierung stößt auf breite Zustimmung. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Das Bundesfinanz- und das Justizministerium hatten am Dienstag (11. August) einen entsprechenden Referentenentwurf vorgelegt. "Der Gesetzentwurf beweist eine hohe Praxistauglichkeit und erfrischende Weitsicht", lobt etwa Jens Siebert, Vorstand der Mittelstandsfinanzierungsplattform Kapilendo.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die erforderliche Wertpapierurkunde durch eine Eintragung in ein elektronisches Wertpapierregister ersetzt werden kann. Weiterhin soll ein elektronisches Wertpapier dieselbe Rechtswirkung wie ein klassisches Wertpapier entfalten. Damit erhalten Investoren den gleichen Eigentumsschutz. Zunächst sieht der Entwurf nur die Einführung elektronischer Anleihen vor. Aktien und Investmentfondsanteile sollen aber künftig ebenfalls erfasst werden.

Karten neu mischen
Der "FAZ" zufolge unterscheidet der Gesetzentwurf zudem zwischen elektronischen Wertpapieren und Krypto-Wertpapieren. Bei elektronischen Wertpapieren sei ein Zentralregister vorgesehen, das etwa die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream führen könnte. Diese lagert auch die bislang erforderlichen Globalurkunden. Bei Krypto-Anleihen wiederum seien dezentrale Register auf Blockchain-Basis möglich. Lediglich für Bundesanleihen existiert bereits eine Ausnahme für eine rein elektronische Emission.

"Der Gesetzentwurf hat das Potenzial, die Karten im Wertpapiergeschäft noch einmal komplett neu zu verteilen und bestehende Geschäftsmodelle und Marktanteile nachhaltig zu verändern", sagt Siebert. Christian Machts, Leiter des Drittvertriebs in Deutschland, Österreich und Osteuropa bei der Fondsgesellschaft Fidelity, ergänzt: "Die Digitalisierung im Finanzwesen geht rasant voran; hier dürfen wir in Deutschland auf keinen Fall den Anschluss verpassen." (ert)