Der Referentenentwurf zur Umsetzung der EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD in deutsches Recht stößt bei Honorarberatern auf Zustimmung. "Wir begrüßen den Referentenentwurf, weil er die klare Trennung von Honorar- und Provisionsberatung umsetzt, die wir schon seit Jahren fordern. Mischmodelle, die in jüngster Zeit zunehmend seltsame Blüten treiben, wären damit endlich verboten", sagt Dieter Rauch, Mitglied im Vorstand des Berufsverbands deutscher Honorarberater und Chef des Maklerpools VDH Verbund Deutscher Honorarberater, gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Der Entwurf sieht die Schaffung des Berufsbilds eines "Honorar-Versicherungsberaters" vor. Dieser darf ausschließlich von seinen Kunden vergütet werden. Versicherungsvermittler dagegen sollen künftig ausschließlich auf Provisionsbasis arbeiten dürfen. Wird der Entwurf eins zu eins umgesetzt, wäre es ihnen ausdrücklich verboten, ihren Kunden eine Rechnung zu schreiben – ein Punkt, der durchaus auf Kritik stößt (lesen Sie hierzu auch den Kommentar "'Honorar-Verbot' für Makler: Ein Irrweg" von FONDS professionell-Chefredakteur Bernd Mikosch).

Anbieter müssen Kunden Provision gutschreiben
Positiv wertet Rauch außerdem, dass die Versicherer dazu verpflichtet werden sollen, den Kunden von Honorar-Versicherungsberatern einen Großteil der Courtage gutzuschreiben, sofern es eine Police nicht in einer provisionsfreien Variante gibt. "Eine Verpflichtung, Netto-Policen anzubieten, ließe sich kaum durchsetzen. Darum ist der vorgeschlagene Weg eine gute Lösung, damit Honorar-Versicherungsberater auf alle am Markt erhältlichen Verträge zugreifen können." (bm)