Ihre Beteiligung an sogenannten Cum-Cum- und Cum-Ex-Transaktionen kommt deutsche Finanzunternehmen teuer zu stehen: Die potenzielle Gesamtbelastung liegt bei rund sieben Milliarden Euro. Das geht aus einer Erhebung der Finanzaufsicht Bafin hervor, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden.

Die Bundesanstalt befragte zwischen Mitte Dezember und Ende März 267 Banken, 542 Versicherer und Pensionsfonds sowie 58 weitere Firmen aus dem Wertpapiersektor, darunter Vermögensverwalter und Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Hunderte Millionen Euro Rückstellungen
"Insgesamt gaben 73 Kreditinstitute, 21 Versicherer und zwölf Gesellschaften aus dem Wertpapiersektor an, von mindestens einem dieser Fragenkomplexe betroffen zu sein", teilt die Bafin mit. Aus Cum-Cum- und Cum-Ex-Gestaltungen ergebe sich nach dem bisherigen Auswertungsstand eine potenzielle finanzielle Gesamtbelastung von 7,01 Milliarden Euro. Davon entfallen 4,82 Milliarden Euro auf Cum-Cum-Gestaltungen, der Rest auf Cum-Ex.

"41 Prozent der Gesamtbelastung sind potenzielle künftige Belastungen, 59 Prozent bereits geleistete Zahlungen", erläutert die Bundesanstalt. Der Erhebung zufolge haben die Unternehmen für potenzielle künftige finanzielle Belastungen aus Cum-Cum-Gestaltungen Rückstellungen von 638 Millionen Euro gebildet, für Cum-Ex-Deals kommen 288 Millionen Euro hinzu.

"Aufsichtliche Maßnahmen" möglich
Nach derzeitigem Stand ist keines der befragten Unternehmen "bestandsgefährdet", so die Behörde. "Die Bafin wird die Ergebnisse für die einzelnen Unternehmen aber noch tiefergehend prüfen – wo nötig auch mit Blick auf die Governance, das Steuerrisikomanagement und die Rolle von Einzelpersonen", heißt es in der Mitteilung. Die Bundesanstalt könne beispielsweise "aufsichtliche Maßnahmen" ergreifen, wenn sie Zweifel an der Zuverlässigkeit von Geschäftsleitern, Aufsichtsräten oder anderen Schlüsselpersonen habe. (bm)