Gute Nachrichten für Anleger des 2013 kollabierten Finanzkonglomerats Infinus: Bruno Kübler, der Insolvenzverwalter der Konzernmutter Future Business (Fubus), konnte zwei große, vor dem Oberlandesgericht Dresden (OLG) anhängige Prozesse "erfolgreich durch einen Vergleich beenden", wie dessen Kanzlei mitteilt. Dadurch würden die von Kübler für die Rechtsstreite zurückgestellten dreistelligen Millionenbeträge weitgehend frei und könnten den geschädigten Anlegern zugutekommen.

Zehntausende Anleger hatten mehr als eine Milliarde Euro in Fubus-Orderschuldverschreibungen und andere Finanzprodukte der Infinus-Gruppe investiert. Im November 2013 nahm die Dresdner Staatsanwaltschaft den Konzern hoch, der offensichtlich seine Bilanzen frisiert hatte. Nur wenige Wochen zuvor hatte FONDS professionell von "rätselhaften Gewinnen" bei dem Konglomerat berichtet. Im Juli 2018 wurden sechs Ex-Manager vor dem Landgericht Dresden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Die Männer wehren sich allerdings gegen das Urteil. Über ihre Revision wird der Bundesgerichtshof am 11. Oktober dieses Jahres verhandeln.

Konzerninterne Verflechtungen
Bei den nun entschiedenen Verfahren vor dem OLG standen konzerninterne Verflechtungen im Vordergrund. Bettina Schmudde, die Insolvenzverwalterin der größten Fubus-Tochter IKP, machte Forderungen von rund 670 Millionen Euro gegen Kübler geltend, nachdem Kübler die von Schmudde zur Fubus-Insolvenztabelle angemeldeten Forderungen bestritten hatte. Nach mehrjähriger Prozessdauer schlossen die Parteien nun einen Vergleich. Danach müsse Kübler nur knapp zehn Prozent der von Schmudde geltend gemachten Klageforderungen anerkennen, heißt es in der Mitteilung seiner Kanzlei.

Gegenstand des einen Verfahrens waren Darlehen, die die Konzernmutter Fubus ihrer Tochtergesellschaft IKP zur Verfügung gestellt hatte. Von diesen Darlehen zahlte die IKP im Jahr vor dem Insolvenzantrag rund 359 Millionen Euro an die Fubus zurück. Schmudde hielt dies für insolvenzrechtlich anfechtbar. Der Prozess ging über mehrere Instanzen, bis das OLG nun empfahl, eine Forderung von 16,2 Millionen Euro zur Insolvenztabelle festzustellen.

Im anderen Verfahren ging es um die Rückgewähr von etwa 311 Millionen Euro, die die IKP in den Jahren 2009 bis 2012 aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages an die Fubus bezahlt hatte. Schmudde machte geltend, dass die IKP im fraglichen Zeitraum keinen oder nur einen weit geringeren Gewinn erwirtschaftet habe. Letztlich einigten sich die Parteien in diesem Komplex darauf, Forderungen von 47,6 Millionen Euro festzustellen. (bm)