Ein knappes halbes Jahr nach der Razzia gegen Infinus und Future Business kommt nun ein Teil des umfangreichen Immobilienbesitzes der kollabierten Dresdener Firmengruppe unter den Hammer. Am Freitag wurde ein Bieterverfahren für 36 Objekte in Dresden eröffnet, sagte Frank-Rüdiger Scheffler, der Insolvenzverwalter der Prosavus AG, laut Medienberichten am Freitag. In den drei Pakten sind Eigentumswohnungen, Mehrfamilien-, Büro- und Geschäftshäuser gebündelt. Das Verfahren soll Anfang August abgeschlossen sein.

Scheffler hofft auf einen Erlös von etwa 38 Millionen Euro. Das meiste davon steht allerdings den Banken zu, die die Immobilien zu einem großen Teil finanziert hatten. Übrig bleiben dürften letztlich nur sieben bis acht Millionen Euro, so Scheffler. Von der Prosavus AG und ihren Tochterunternehmen fordern Gläubiger rund 420 Millionen Euro zurück. Die Unternehmensgruppe hatte mit Genussrechten und Orderschuldverschreibungen insgesamt etwa 240 Millionen Euro bei rund 12.000 Anlegern eingesammelt.

Das Vermögen der Prosavus und ihrer Tochterfirmen bezifferte Scheffler auf etwa 130 Millionen Euro, darunter Lebensversicherungen, Edelmetalle und Forderungen gegen andere Unternehmen. Welchen Anteil ihres Geldes die Gläubiger letztlich zurückerhalten, sei noch nicht abzusehen, so der Insolvenzverwalter. Das Verfahren könne sich sechs bis acht Jahre hinziehen.

Über eine Milliarde Euro Gesamtforderungen
Die Forderungen gegen die gesamte Firmengruppe summieren sich auf über eine Milliarde Euro. Gut 680 Millionen Euro davon entfallen auf die Future Business KGaA, das mit Abstand größte Emissionshaus des Konglomerats. Auch die Immobilien, die sich im Besitz dieser Gesellschaft befinden, sollen veräußert werden. Zuständig dafür ist allerdings ein anderer Insolvenzverwalter.

Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte die Infinus-Gruppe Anfang November 2013 ausgehoben. Sie wirft zehn Managern, Aufsichtsräten und Geschäftspartner des Konglomerats vor, ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Fünf von ihnen sitzen noch immer in Untersuchungshaft. (bm)