Das Landeskriminalamt Hamburg ermittelt gegen Hendrik Rehmer, persönlich haftender Gesellschafter der Berenberg Bank, sowie zwei weitere Personen wegen des Verdachts des Insiderhandels mit Aktien von Hapag Lloyd. Die Beamten haben in Kooperation mit der Finanzaufsicht Bafin auf der Suche nach Informationen vor Kurzem deshalb Geschäftsräume der Berenberg Bank durchsucht, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) meldet.

Riehmer, der neben Bankchef Hans-Walter Peters in der Unternehmensleitung sitzt und für das Investmentbanking verantwortlich ist, soll Anfang 2017 zwei Bekannte darüber informiert haben, der Reiseveranstalter TUI plane, Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd abzustoßen. Darüber habe er Insiderwissen gehabt, da Berenberg als Dienstleister für den Tourismusriesen aus Hannover agierte. Als TUI die Transaktion dann im Juli 2017 öffentlich machte, stieg der Kurs der Lloyd-Papiere unmittelbar, und die beiden Mitbeschuldigten sollen durch die vorab erworbenen Aktienpakte einen Gewinn von 3,7 Millionen Euro erzielt haben.

Bank bestätigt Durchsuchungen
Ein Sprecher der Berenberg Bank hat die Durchsuchungen bestätigt, über die zuerst das "Hamburger Abendblatt" berichtet hatte. "Die Behörden untersuchen eine Transaktion unter dem Gesichtspunkt des Verdachts auf Insiderhandel", sagte er. "Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und gehen fest davon aus, dass sich dieser Verdacht nicht bestätigen wird."

Laut Medienberichten werde der Nachweis kompliziert sein. Schließlich sei schon lange bekannt gewesen, dass die TUI beabsichtigte, ihre Beteiligung an Hapag-Lloyd loszuschlagen. Außerdem dürfte längst nicht klar gewesen sein, dass der Ausstieg eines wichtigen Großaktionärs tatsächlich einen Kursanstieg von Hapag-Lloyd-Papieren lostreten würde. (jb)