Die Commerzbank zieht weiter den Ärger und Frust ihrer Kunden auf sich. Die immer noch zweitgrößte Bank Deutschlands sowie ihre Direktmarke Comdirect haben wegen IT-Problemen bislang immer noch nicht allen Kunden eine Jahressteuerbescheinigung geschickt. Dabei läuft die Abgabefrist für die Steuererklärung Ende des Monats am 31.Oktober ab. Daher hat die Bank sich an ihre Kunden gewandt und Hilfestellungen gegeben, wie diese eine Fristverlängerung vom Finanzamt erhalten. Das berichtet das "Handelsblatt".

"Sie haben die Möglichkeit, bei Ihrem Finanzamt eine Fristverlängerung zu beantragen. In diesem Fall können Sie dieses Schreiben gern Ihrem Antrag auf Fristverlängerung beifügen", heißt es in dem Schreiben der Bank, das dem "Handelsblatt" vorliegt. Grundsätzlich sei eine fristgerechte Steuererklärung auch ohne die Anlage KAP für Kapitalerträge möglich. "Wir empfehlen Ihnen, Ihrem Finanzamt vorab mitzuteilen, falls Sie eine Anlage KAP gegebenenfalls nachreichen werden", schreibt die Commerzbank laut der Zeitung den Kunden.

Keine gebündelten Erträgnisaufstellungen
Kreditinstitute schicken ihren Kunden die Steuerbescheinigungen normalerweise im Frühjahr. Kunden, denen zu viel Abgeltungsteuer auf ihre Kapitalerträge abgezogen wurde, können mit dem Dokument zu viel gezahlte Steuern zurückbekommen. Ursache für die enorme Verzögerung sind Softwareprobleme: Die Programme der Commerzbank waren bis vor Kurzem nicht in der Lage, für Kunden mit mehreren Konten und Depots eine gebündelte Erträgnisaufstellung auszustellen, so das "Handelsblatt".

Das Institut wollte die Wertpapierabwicklung ursprünglich an die britische HSBC auslagern. Weil die Auslagerung im vergangenen Jahr scheiterte, blieb die Verantwortung für die Gesamtbescheinigung bei der Commerzbank. Diese war darauf aber offenbar nicht eingerichtet. (jb)